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Beruf Bodenleger/in Ausbildung

Als Bodenleger weißt du, welche Eigenschaften Parkett oder Teppich haben, für welche Räume sie sich eignen und kannst deine Kunden mit deiner Beratung sowie deiner handwerklich einwandfreien Arbeit glücklich machen. Du hast das Bild schon vor Augen? Perfekt. Dann folgt hier der nächste Schritt: Wir stellen dir die Ausbildung ausführlich vor und liefern dir Unternehmen und freie Ausbildungsplätze gleich mit, damit das Bild in deinem Kopf real werden kann.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Bodenleger: Der Beruf im Überblick

Gemütlicher Teppich, steril wirkendes PVC, edles Parkett: Jeder Fußbodenbelag hat seine Eigenschaften und auch seine Preisklasse. Wenn sich jemand mit der Welt zu unseren Füßen auskennt, dann sind es Bodenleger. Dank ihrer Arbeit sehen Arbeits- und Wohnräume so aus, wie der Kunde es sich wünscht.

Ganz klar, Bodenleger verlegen Böden. Bei ihrer Arbeit müssen sie akribisch vorgehen, deshalb ist eine gute Vorbereitung das A und O (= Planung). Bevor es ans Boden verlegen geht, wird der Raum genau ausgemessen. Wie viel Belag wird benötigt (= Kalkulation)? Wie ist der Grundriss des Raumes beschaffen? Gibt es knifflige Winkel? Dann wird der vom Kunden gewünschte Belag zugeschnitten und zwar mit möglichst wenig Verschnitt.

Bevor ein Boden verlegt werden kann, muss zunächst der Untergrund vorbereitet und möglicherweise ein anderer Bodenbelag samt altem Untergrund entfernt werden, sofern es sich um Renovierungsarbeiten handelt. Jeder Bodenbelag benötigt eine andere Vorbereitung und einen anderen Untergrund. Deswegen kennt sich ein Bodenleger nicht nur mit Parkett, Teppich und Laminat aus, sondern auch mit Klebestoffen, Grundierungen, chemischen Verbindungen, Schalldämmungen sowie unterschiedlichsten (maschinellen) Werkzeugen, etwa um Untergründe abzuschleifen.

Zur Arbeit der Bodenleger gehört ebenfalls die Beratung von Kunden. Nicht immer kann jeder Wunsch erfüllt werden, denn nicht jeder Boden eignet sich für jeden Raum.

Bodenleger/in Ausbildung: Das legen, wo andere drauftreten

Steckbrief: Beruf Bodenleger

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Ausbildungsform

Dual: Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt

Erforderlicher Schulabschluss

Keiner, aber gewünscht wird mindestens ein Hauptschulabschluss

Ausbildungsgehalt

Zwischen 550 € und 630 € im 1. Lehrjahr
(Abweichungen möglich)

Ausbildungsinhalte: Was lerne ich in der Bodenleger Ausbildung?

Was du in der Ausbildung zum Bodenleger lernst, ist ganz genau in der Ausbildungsordnung festgelegt. Zusätzlich gibt es einen Ausbildungsrahmenplan, der die hier aufgezählten Inhalte noch einmal detailliert aufschlüsselt und in die erste oder zweite Hälfte deiner Ausbildungszeit einordnet.

Deine Ausbildungsthemen sind:

  1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
  2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  4. Umweltschutz
  5. Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken
  6. Vorbereiten von Arbeitsabläufen, Auswerten von Informationen, Arbeiten im Team
  7. Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen, Durchführen von Messungen
  8. Vorbereiten, Einrichten, Sichern und Räumen von Arbeitsplätzen
  9. Handhaben und Warten von Werkzeugen, Geräten, Maschinen und technischen Einrichtungen
  10. Be- und Verarbeiten von Werk- und Hilfsstoffen
  11. Prüfen der Verlegebedingungen, Herstellen von Untergründen
  12. Gestalten und Verlegen von textilen und elastischen Bodenbelägen 
  13. Verlegen von Fertigparkett und Schichtwerkstoffen
  14. Behandeln von Oberflächen
  15. Be- und Verarbeiten von Profilen
  16. Durchführen von Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten
  17. Qualitätssichernde Maßnahmen, Kundenorientierung

Du siehst schon, dass gerade die ersten Themenblöcke ziemlich theorielastig sind. Sie sind dennoch wichtig, damit du zum Beispiel weißt, welche Rechte du als Azubi hast, wie Betriebe funktionieren oder wie Sicherheit am Arbeitsplatz aussieht.

Aber keine Sorge, du lernst schon bald unter anderem die verschiedenen Werkzeuge und Maschinen kennen, wie du einen Arbeitseinsatz planst, den Bedarf an Material- und Hilfsstoffen ermittelst, wie du Untergründe vorbereitest, richtig ausmisst, Beläge verlegst und Oberflächen behandelst. Als Bodenleger musst du dich mit Bodenbelägen auskennen, in der Praxis lernst du also die verschiedenen Werkstoffe und ihre Eigenschaften kennen. Wie lassen sie sich am besten verarbeiten? Wie werden Werkstoffverbindungen hergestellt? Wie lagert man sie richtig?

Einen ausführlichen Eindruck in die Ausbildungsinhalte bekommst du am besten, wenn du einen Blick in die Ausbildungsverordnung wirfst. Diese findest du zum Beispiel hier:

Ausbildungsverordnung Bodenleger

Welche Voraussetzungen brauche ich?

Formale Voraussetzungen

Für die Bodenleger Ausbildung gibt es keine bestimmten rechtlichen Voraussetzungen und auch keinen festgelegten Schulabschluss. Entscheidender ist hier tatsächlich, was sich die jeweiligen Unternehmen wünschen. Dazu haben wir uns einige Stellenanzeigen angesehen. Die Betriebe stellen überwiegend Bewerber mit gutem Hauptschulabschluss ein, es kann aber durchaus sein, dass unter den Stellenausschreibungen auch Betriebe zu finden sind, die sich die mittlere Reife wünschen – das kommt aber eher selten vor.

Zudem wünschen sich die Betriebe von ihren Auszubildenden Interesse an Farben, Formen und Materialien, Spaß an Teamarbeit, ein freundliches Auftreten sowie Freude im Umgang mit den Kunden, Serviceorientierung, körperliche Fitness, Verlässlichkeit, die Bereitschaft mit anzupacken und Kreativität.

Es lohnt sich, einen Blick in verschiedene Stellenanzeigen zu werfen, so bekommst du vorab schon einen guten Einblick in die Bodenleger Ausbildung.

Persönliche Voraussetzungen

Die Voraussetzungen, die sich die Betriebe in ihren Stellenanzeigen wünschen, decken sich mit den persönlichen Eigenschaften, die du für die Ausbildung und den Beruf mitbringen solltest:

  • Handwerkliches Geschick
  • Präzises und sorgfältiges Arbeiten
  • Mathematische Kenntnisse
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Sinn für Gestaltung
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Kraft und Fitness

Körperliche Belastbarkeit, Kraft und Fitness sind deshalb so wichtig, weil du als Bodenleger zum Teil schweres Arbeitsgerät an die Einsatzorte schleppen musst, zum Beispiel große Schleifmaschinen. Außerdem musst du viel auf den Knien und mit krummem Rücken arbeiten.

Ablauf der Bodenleger Ausbildung

Die Ausbildung zum Bodenleger ist eine duale Ausbildung und dauert drei Jahre. Dual bedeutet, dass die Ausbildung sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb stattfindet.

Berichtsheft

Während der dreijährigen Ausbildung musst du ein Berichtsheft als Ausbildungsnachweis führen, das ist nicht nur in der Ausbildungsordnung, sondern sogar im Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 13 festgehalten. Im Berichtsheft schreibst du auf, was du jeden Tag in der Ausbildung gemacht und gelernt hast. Damit du das Heft regelmäßig führen kannst, wird dir dazu Zeit eingeräumt und wir empfehlen, diese Zeit zu nutzen, denn mal ehrlich: Weißt du am Freitag noch, was du letzten Montag alles gemacht hast? Eben. Außerdem ist dein Ausbilder dazu verpflichtet, dein Berichtsheft regelmäßig zu kontrollieren.

Zwischenprüfung

Die Ausbildungsordnung für Bodenleger sieht vor, dass vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres eine Zwischenprüfung abgelegt wird. Hier sollst du zeigen, was du in den ersten 18 Monaten der Ausbildung gelernt hast. In der praktischen Prüfung hast du höchstens sieben Stunden Zeit, um einen Bodenbelag herzustellen.

Dazu gehört das komplette Prozedere: Du prüfst die Verlegebedingungen, bereitest den Untergrund vor und nutzt dabei sämtliche manuelle und maschinelle Arbeitstechniken, damit du zeigen kannst, dass du die Arbeitsgeräte kennst und beherrschst. Aber nicht nur das sollst du unter Beweis stellen, sondern auch dass du bei deiner Arbeit immer den Umweltschutz, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz beachtest.

Die zweistündige schriftliche Prüfung beinhaltet die Arbeitsplanung und Dokumentation deiner praktischen Prüfung.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung wird ein Stück herausfordernder, aber für dich kein Problem, wenn der Bodenleger in dir steckt. Der praktische Teil sieht zwei Aufgaben vor: Arbeitsaufgabe I und Arbeitsaufgabe II. Für beide hast du insgesamt höchstens 14 Stunden Zeit, um sie auszuführen und zu dokumentieren.

In der Arbeitsaufgabe I verlegst du einen textilen und einen elastischen Bodenbelag inklusive der Herstellung des Untergrundes sowie dem Anbringen der Abschlüsse des Belages.

Das gleiche machst du in der Arbeitsaufgabe II, allerdings mit anderen Materialen für den Bodenbelag. Besonders infrage kommen Fertigparkett, Schichtwerkstoff oder Korkboden. Die Prüfer wollen sehen, dass du alles umsetzen kannst, was du in drei Jahren Ausbildung gelernt hast: zum Beispiel kundenorientiertes Planen, Einhalten wirtschaftlicher Vorgaben und die Maßnahmen zur Arbeitssicherheit.

In der schriftlichen Prüfung wirst du in drei Bereichen geprüft: Untergründe, Bodenbeläge und Wirtschafts- und Sozialkunde. In der Ausbildungsordnung heißt es dazu in § 8, Abs. 3:

„In den Prüfungsbereichen Untergründe und Bodenbeläge soll der Prüfling praxisbezogene Fälle mit verknüpften technologischen, chemischen und mathematischen Inhalten lösen können. Dabei soll er zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von textilen und elastischen Bodenbelägen, Fertigparkett, Schichtwerkstoffen sowie von Werk- und Hilfsstoffen planen sowie Werkzeuge und Maschinen zuordnen und qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann.“

Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde geht es generell um „allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt.“

Übrigens: Zeitliche Vorgaben sind höchstens …

  • 120 Minuten für den Prüfungsbereich Untergründe
  • 180 Minuten für den Prüfungsbereich Bodenbeläge
  • 60 Minuten für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

Für mehr Infos empfehlen wir dir, einen Blick in die Ausbildungsordnung für Bodenleger zu werfen.

Bodenleger Azubi verlegt verschiedene Bodenarten

Bewerbung

Um einen Ausbildungsplatz als Bodenleger zu ergattern, kannst du dich ganz normal bewerben. Das bedeutet, zu deiner Bewerbung gehören:

  • ein Anschreiben
  • ein Lebenslauf
  • Schulzeugnisse
  • gegebenenfalls Praktikumszeugnisse
  • gegebenenfalls ein Motivationsschreiben

Deine Bewerbung sollte für jeden Betrieb individuell angepasst sein. Nichts liest sich für Personaler ermüdender als standardisierte Anschreiben, bei denen sich problemlos der Name des Betriebes austauschen lässt. Mache dir also ein paar Gedanken und überlege dir, warum das Unternehmen das richtige für dich und vor allem: warum du die richtige Person für den Betrieb bist.

Wenn du deine Unterlagen fertig hast, lass unbedingt jemanden drüber gucken und Korrektur lesen. Flüchtigkeits- und Rechtschreibfehler können ein Kriterium sein, warum Bewerber aussortiert werden, besonders wenn es sehr viele Bewerbungen gibt, die alle gut sind. Irgendwo müssen die Personaler anfangen auszusortieren.

Und wenn es geklappt hat und du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurdest: Glückwunsch! Dann heißt es: Weiter geht’s mit der Vorbereitung. Bereite dich auf das Gespräch vor, übe deine Vorstellung, und finde eine Antwort auf die Frage, warum du unbedingt in Betrieb xyz die Bodenleger Ausbildung machen möchtest. Personaler wissen es außerdem zu schätzen, wenn du nicht nur einsilbig antwortest, sondern dir auch ein paar Fragen zum Unternehmen aufschreibst.

Was wir hier in einem kurzen Absatz zusammengefasst haben, findest du in unserem Artikel „Bewerbung für die Ausbildung“ ausführlich plus Bewerbungsvorlagen zum Download. Wirf mal einen Blick rein und nimm viele praktische Tipps mit.

Gehalt: Wie viel verdient man als Bodenleger?

Während der Ausbildung

Während deiner dreijährigen dualen Ausbildung zahlt dir der Betrieb ein Ausbildungsgehalt. Wie hoch das ausfällt, ist zunächst einmal davon abhängig, ob du nach Tarif bezahlt wirst oder nicht. Wirst du nicht nach Tarif bezahlt, können die Gehälter ganz unterschiedlich von Betrieb zu Betrieb sein.

Im Tarifvertrag der IG Metall ist zum Beispiel vorgesehen, dass Auszubildende 2021

  • im 1. Ausbildungsjahr 630 Euro,
  • im 2. Ausbildungsjahr 680 Euro,
  • und im 3. Ausbildungsjahr 750 Euro

bekommen. Andere Tarifverträge können wiederum andere Gehälter vorsehen.

Sicher ist: Dir steht laut dem Berufsbildungsgesetz § 17 eine Mindestvergütung von

  • 585 Euro Bruttomonatsgehalt im ersten Ausbildungsjahr,
  • 690,30 Euro Bruttomonatsgehalt im zweiten Ausbildungsjahr,
  • 789,75 Euro Bruttomonatsgehalt im dritten Ausbildungsjahr und
  • 819 Euro Bruttomonatsgehalt im vierten Ausbildungsjahr

zu, wenn du deine Ausbildung im Jahr 2022 beginnst. Die Mindestvergütung für Auszubildende wurde 2020 eingeführt. Der Betrag, der dir im ersten Ausbildungsjahr zusteht, erhöht sich jedes Jahr. Wenn du deine Ausbildung also erst 2023 beginnst, erhältst du mehr Geld als jetzt. Während deiner Ausbildung bekommst du außerdem nicht jedes Jahr das gleiche Gehalt. So kannst du dich in deinem zweiten, dritten und vierten Jahr über mehr Geld freuen. Als Grundlage für die Berechnung dient das Gehalt deines ersten Ausbildungsjahres. Folgende Prozentsätze, die auch im Berufsbildungsgesetz festgelegt wurden, werden je nach Lehrjahr, in dem du dich befindest, hinzuaddiert:

  • für das zweite Jahr: 18 Prozent
  • für das dritte Jahr: 35 Prozent
  • für das vierte Jahr: 40 Prozent

Brutto und netto

Alle Gehaltsangaben, die wir hier machen, sind Bruttoangaben – diese stehen den Nettoangaben gegenüber. Was ist was? Wir sagen es dir.

Brutto ist das Gehalt, das auf deiner Gehaltsabrechnung steht, bevor Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Wenn es zum Beispiel um Gehaltsverhandlungen oder Gehaltsangaben wie hier geht, dann nimmt man die Bruttowerte, denn die sind fest und lassen sich besser vergleichen.

Der Nettobetrag ist das, was am Ende nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen (also Krankenkasse, Rentenversicherung etc.) auf deinem Konto landet. Zudem ist dieser Betrag sozusagen variabel – nicht für dich, aber wenn du später genauso viel verdienst wie deine Kollegen, kann es schon allein auf Grund unterschiedlicher Steuerklassen sein, dass ein unterschiedlicher Nettobetrag rauskommt. Deswegen wird immer vom Bruttogehalt gesprochen, wenn es um die Vergleichbarkeit bzw. allgemeine Angaben geht.

Nach der Ausbildung

Mit dem Gehalt nach der Ausbildung verhält es sich ähnlich: Wie hoch dein Gehalt ausfällt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, zum Beispiel der Größe des Betriebes, dem Standort und deinen eigenen Qualifikationen. Nicht zuletzt aber auch davon, ob du einen Tarifvertrag hast oder nicht.

Um bei dem Beispiel der IG Metall zu bleiben: Im Tarifregister für NRW lassen sich die Gehälter für den Tarifbereich Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe einsehen.

Dort findest du anders als bei den Azubis nicht die kompletten Monatsgehälter, sondern es gibt neun Entgeltgruppen, die nach den Tätigkeiten und Qualifikationen/ Berufserfahrungen aufgeteilt sind. Zu jeder Stufe gibt es Stundenentgelte. Der Stundenlohn nach der Ausbildung im Tarifvertrag der IG Metall liegt 2021 bei 13,78 Euro. Hochgerechnet auf den Monat macht das bei einer Woche mit 38,5 Stunden (auch das regelt der Tarifvertrag) aufgerundet 2.200 Euro.
Die höchste Entgeltgruppe hat übrigens einen Stundenlohn von 20,97 Euro, mit dem du über 3.200 Euro brutto im Monat verdienst.

Neben den Tarifen haben wir uns bei Gehalt.de umgesehen. Dort kann man sehr gut sehen, wie unterschiedlich die Gehälter in den Bundesländern ausfallen können, besonders im Ost-West-Vergleich. Ob es sich bei den erhobenen Werten um tarifgebundene Verträge handelt, ist nicht ersichtlich, die Werte beruhen jedoch auf einer 40-Stunden-Woche.

Durchschnittliches Gehalt von Bodenlegern bei einer 40-Stunden-Woche
BundeslandBruttogehalt/ MonatBundeslandBruttogehalt/ Monat
Baden-Württemberg3.070 € Niedersachsen2.606 €
Bayern2.977 € Nordrhein-Westfalen 2.874 €
Berlin2.667 € Rheinland-Pfalz2.787 €
Brandenburg2.253 € Saarland2.706 €
Bremen2.730 € Sachsen2.272 €
Hamburg3.003 € Sachsen-Anhalt2.231 €
Hessen3.074 € Schleswig-Holstein2.503 €
Mecklenburg-Vorpommern2.160 € Thüringen2.301 €

Quelle: Gehalt.de, Stand: Juli 2021

Karrierechancen als Bodenleger

Grundsätzlich sind die Aussichten als Bodenleger gut, denn allgemein sind Betriebe händeringend auf der Suche nach Nachwuchs und somit fehlt es in der Konsequenz an Fachkräften. Viele Bauherren bekommen das zu spüren, wenn sie auf der Suche nach Bodenlegern und Co. sind. Die Wartezeiten für einen Terminen könnten mitunter mehrere Wochen betragen.

Nach der Ausbildung unterzukommen, sollte für dich also kein Problem sein. Arbeiten kannst du zum Beispiel in Bodenleger- und Parkettlegerbetrieben, Trockenbauunternehmen, in Betrieben des Einzelhandels (zum Beispiel bei Raumausstattern) oder in Baumärkten.

Als Bodenleger hast du die Möglichkeit, dich auf bestimmte Bodenbeläge zu spezialisieren, zum Beispiel Kork, Teppichboden, Parkett oder PVC. Eine andere Spezialisierung ist die auf die Verlegung von großflächigen Bodenbelägen etwa in Sporthallen, Schwimmbädern und Krankenhäusern. Das Besondere hierbei ist, dass der Bodenbelag aus „einem Guss“ sein muss, um Hygienevorschriften einhalten zu können.

Für welche Richtung du dich entscheidest: Sei dir sicher, es wird nicht langweilig. Denn jeder Auftrag, jeder Grundriss und jedes Material ist anders und jeder Bauherr tritt mitunter mit anderen Wünschen an dich heran.

Gut zu wissen: Der Beruf Bodenleger ist kein Vollhandwerk, sondern zählt zu den handwerksähnlichen Gewerben. Das bedeutet, es besteht keine Meisterpflicht in diesem Beruf, um sich selbstständig machen zu dürfen. Auch das stellt also eine Option für dich dar, nämlich dass du deinen eigenen Betrieb gründest.

Weiterbildungsmöglichkeiten für Bodenleger

Nach der Bodenleger Ausbildung kannst du ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln und dann suchst du möglicherweise nach neuen Herausforderungen. Es gibt auch einige Weiterbildungsmöglichkeiten, die für dich infrage kommen.

Parkettlegermeister

Durch die Nähe zwischen diesen beiden Berufen, kannst du eine Weiterbildung zum Parkettlegergesellen in diesem Vollhandwerksberufs absolvieren, um anschließend den Meister im Parkettlegerhandwerk zu machen. Somit bist du dann auf das Material Parkett spezialisiert und darfst dich in diesem Handwerk selbstständig machen sowie deine eigenen Azubis ausbilden.

Estrichlegermeister

Gleiches wie oben gilt für den Estrichlegermeister. Übrigens wurde die Meisterpflicht für die Gewerke der Parkett- und Estrichleger Anfang 2020 wieder eingeführt, nachdem sie 2004 im Zuge der sogenannten Handwerksrechtsnovelle für 53 Handwerke aufgehoben wurde.

Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Bautechnik

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung und mehreren Jahren Berufserfahrung (je nach Bundesland) kannst du diese Aufstiegsfortbildung beginnen. Als Bautechniker planst und führst du Baumaßnahmen durch, indem du zum Beispiel Bauzeichnungen anfertigst. Aber auch betriebswirtschaftliche Aufgaben, wie Bauabrechnungen und Kalkulationen erstellen, gehören mit zu deiner Arbeit.

Innenarchitektur Studium

Eine Option, die wir nicht unerwähnt lassen möchten, ist ein Innenarchitektur Studium oder auch ein Bauingenieurwesen Studium. Mittlerweile kannst du in Deutschland ohne Abitur studieren, wenn du folgende Voraussetzungen erfüllst:

  • abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung oder
  • Meistertitel oder eine Aufstiegsfortbildung wie etwa den Staatlich geprüften Techniker oder
  • du musst an einer Universität gegebenenfalls eine Begabtenprüfung ablegen.

Die genauen Voraussetzungen, etwa die Jahre der Berufserfahrung, können von Bundesland zu Bundesland variieren, da Bildung Ländersache ist.

0 freie Ausbildungsplätze für eine Bodenleger/in Ausbildung

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