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Chemikant/in Ausbildung

Chemie ist eines deiner Lieblingsfächer, du interessierst dich aber auch für Technik und bist handwerklich geschickt? Im Beruf Chemikant/in treffen Naturwissenschaften und Technik aufeinander: Du begleitest die Herstellung unterschiedlicher chemischer Erzeugnisse und bist dabei für die Steuerung und Kontrolle der Produktionsanlagen verantwortlich. Wir informieren dich über freie Ausbildungsplätze, Ausbildungsinhalte, Karrieremöglichkeiten und das Gehalt nach der Chemikant/in Ausbildung.

Der Beruf Chemikant/in: Chemie, Biologie und Produktionstechnik

Chemikanten stellen chemische und anorganische Erzeugnisse (wie Farben und Lacke, Grundchemikalien, Reinigungsmittel, aber auch Cremes und Kautschuk) aus organischen und anorganischen Rohstoffen her. Eine der wichtigsten Aufgaben von Chemikanten ist die Steuerung computergestützter Maschinen und Anlagen, die bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse eingesetzt werden. Chemikanten messen die Rohstoffe ab, mit denen die Maschinen und Anlagen befüllt werden und überprüfen regelmäßig die Fertigungsprozesse. Sie entnehmen Proben und kontrollieren Messwerte, um die Qualität der Endprodukte zu gewährleisten. Außerdem protokollieren sie die Produktionsprozesse, füllen chemische Endprodukte ab und überwachen das Verpacken der fertigen Erzeugnisse. Sie kontrollieren ebenfalls die Maschinen und warten und reparieren sie bei Bedarf. Chemikanten sind auch für die Aufbereitung von Abwässern zuständig. Da die Produktionsanlagen und
-maschinen rund um die Uhr überwacht und gesteuert werden müssen, arbeiten Chemikanten im Schichtdienst, also auch am Wochenende und nachts.

Chemikant/in oder Chemielaborant/in?

Auch wenn die Begriffe Chemikant/in und Chemielaborant/in sich sehr ähneln, handelt es sich um zwei unterschiedliche Berufe, die jeweils eine andere Ausbildung voraussetzen. Chemikanten sind in erster Linie für das reibungslose Funktionieren der Produktionsanlagen und Maschinen in der chemischen Industrie verantwortlich. Sie arbeiten üblicherweise in Produktions- und Werkhallen.

Chemielaboranten führen chemische Versuche, Untersuchungen und Experimente an Stoffmischungen durch. Sie arbeiten überwiegend in Entwicklungs-, Versuchs- und Forschungslaboren.

Chemikant/in – Alle Infos zur Ausbildung

Steckbrief: Chemikant/in Ausbildung

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

Ausbildungsform

Duale Ausbildung in der Industrie

Erforderlicher Schulabschluss

Mittlere Reife

Ausbildungsgehalt

1.006 bis 1.056 Euro im ersten Ausbildungsjahr

Welche Inhalte lerne ich während der Chemikant/in Ausbildung?

Während der Ausbildung zum/r Chemikant/in erwirbst du Kenntnisse und Fähigkeiten, die dich für Aufgaben der chemischen Verfahrenstechnik und der Anlagentechnik befähigen.

Unter anderem lernst du:

  • den Umgang mit Arbeitsstoffen und die Bestimmung von Stoffkonstanten
  • verfahrenstechnische Grundoperationen
  • Installationstechnik und Messtechnik
  • den Betrieb von Produktionsanlagen
  • das Instandhalten von Produktionseinrichtungen
  • Steuer- und Regelungstechnik
  • Kälte- und Tieftemperaturtechnik
  • thermische und mechanische Verfahrenstechnik
  • Anlagensicherheit

Neben diesen berufsspezifischen Fertigkeiten erwirbst du zusätzliches Wissen, dass dich für die eigenverantwortliche Arbeit als Fachkraft in einem Betrieb qualifiziert.

Dazu gehört:

  • Arbeits- und Tarifrecht
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz
  • Pflege und Wartung von Arbeitsgeräten
  • Kundenorientierung
  • Arbeiten im Team
  • Kostenorientiertes Handeln
  • Informationsbeschaffung, Dokumentation

Welche Voraussetzungen muss ich für die Chemikant/in Ausbildung mitbringen?

Formale Voraussetzungen

Für die Ausbildung als Chemikant/in wird keine bestimmte Schulbildung vorausgesetzt. Allerdings stellen die meisten Betriebe Azubis ein, die die Mittlere Reife haben. Du solltest außerdem ein gutes Verständnis sowie Begeisterung für Chemie und Naturwissenschaften mitbringen, denn du wirst täglich mit chemischen Stoffen arbeiten, sie transportieren, lagern und Proben zur Kontrolle entnehmen. Gute Mathematikkenntnisse kommen dir zugute, wenn du beispielsweise Volumenverhältnisse einzelner Stoffe in Stoffmischungen bestimmen musst. Technisches Geschick ist für den Beruf Chemikant/in sehr wichtig, da du Produktionsanlagen und -maschinen nicht nur überwachen, sondern auch einrichten und warten musst.

Persönliche Voraussetzungen

Neben guten Chemiekenntnissen und einer Begabung für Technik solltest du eine Menge Verantwortungsbewusstsein mitbringen, da du bei deiner Arbeit immer auf die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen und Umweltbestimmungen achten musst. Der Beruf Chemikant/in verlangt auch viel Aufmerksamkeit, da du Proben chemischer Stoffe regelmäßig kontrollieren musst. Bei Störungen an Produktionsanlagen musst du dazu in der Lage sein, schnell zu reagieren und Entscheidungen zu treffen. Du solltest außerdem gerne im Team arbeiten und nicht vor Wechselschichten zurückschrecken. Darüber hinaus solltest du nicht allergieanfällig sein, schließlich arbeitest du täglich mit chemischen Stoffen.

Chemikanten überprüfen eine computergestützte Produktionsmaschine.

Wie verläuft die Chemikant/in Ausbildung?

Die Ausbildung zum/r Chemikant/in ist eine duale Ausbildung. Das bedeutet, dass du an zwei Orten lernst: in der Berufsschule und in deinem Ausbildungsbetrieb. Entweder besuchst du die Stätten im Wechsel (an drei bis vier Tagen arbeitest du im Unternehmen, die restlichen Tage bist du in der Berufsschule) oder im Block (du besuchst beide Stätten im Wechsel für mehrere Wochen am Stück). Das in der Berufsschule erlernte Theoriewissen kannst du im Betrieb direkt umsetzen. Wenn du Fragen oder Schwierigkeiten hast, kannst du dich natürlich an deine Ausbilder wenden.

Während deiner gesamten Ausbildung führst du den sogenannten schriftlichen Ausbildungsnachweis, in den du alle Lerninhalte aus der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb einträgst. Du kannst ihn in Form eines Heftes oder als elektronisches Dokument pflegen. Da du ihn gegebenenfalls vor deiner Abschlussprüfung bei der IHK vorlegen musst und deine Ausbilder regelmäßig einen Blick darauf werfen werden, solltest du ihn ordentlich behandeln und auf Vollständigkeit achten.

Deine Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen, die zeitlich weit auseinanderliegen. Den ersten Teil der Abschlussprüfung absolvierst du bereits am Ende des zweiten Ausbildungsjahres. Hier werden deine Kenntnisse, die du innerhalb der ersten 90 Ausbildungswochen gesammelt hast, abgefragt. Du erhältst eine praktische Arbeitsaufgabe, die du in einer Prüfungszeit von maximal sieben Stunden bearbeitest. Zusätzlich bearbeitest du mehrere schriftliche Prüfungsaufgaben. Das Ergebnis des ersten Teils der Abschlussprüfung fließt zu 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein.

Der zweite Teil deiner Abschlussprüfung erfolgt am Ende deiner Ausbildung. Er besteht ebenfalls aus einer praktischen Aufgabe mit einer Prüfungsdauer von sieben Stunden. Zusätzlich legst du drei schriftliche Prüfungen ab. Die Bearbeitungsdauer variiert je nach Aufgabenstellung, beträgt aber maximal 120 Minuten je Prüfungsbereich.

Nach der bestandenen Abschlussprüfung darfst du die Bezeichnung Staatlich anerkannte/r Chemikant/in tragen.

Was muss ich bei der Bewerbung für die Chemikant/in Ausbildung beachten?

Um einen Ausbildungsplatz zu bekommen, musst du dich zunächst schriftlich bei einem Unternehmen bewerben. Deine Bewerbungen sollten immer dein Anschreiben, deinen Lebenslauf und dein Schulzeugnis enthalten. Wenn du bereits Praktika absolviert hast, die für die Chemikant/in Ausbildung relevant sind, solltest du das Praktikumszeugnis auch deiner Bewerbung beilegen.

In deinem Anschreiben stellst du dich kurz vor und erklärst, warum du gerne den Beruf Chemikant/in erlernen willst und welche besonderen Eigenschaften oder Vorkenntnisse du für diesen Beruf mitbringst. Du solltest auch auf das Unternehmen eingehen und erklären, warum du ausgerechnet dort eine Ausbildung machen willst. Infos über das Unternehmen findest du in der Regel auf deren Website. Hier erfährst du auch, ob das Unternehmen deine Bewerbung per Post oder per E-Mail erhalten will oder ob du die Bewerbung über ein Bewerbungsformular hochladen musst. Bevor du deine Bewerbung abschickst, solltest du sie einmal von Freunden oder deinen Eltern auf Fehler prüfen lassen, denn: Fehlerhafte Bewerbungen werden schnell aussortiert.

Was du ansonsten bei der schriftlichen Bewerbung beachten musst, verraten wir dir im Ratgebertext Bewerbung für die Ausbildung.

Gut zu wissen: Viele Unternehmen schreiben Ausbildungsplätze bereits ein Jahr vor dem Ausbildungsbeginn aus. Informiere dich unbedingt auf der Website des Unternehmens deiner Wahl über den Bewerbungsschluss für schriftliche Bewerbungen.

Wenn deine schriftliche Bewerbung das Unternehmen überzeugt hat, wirst du zur nächsten Station eingeladen.

Das Bewerbungsverfahren für Auszubildende kann sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden. Du musst aber damit rechnen, dass du an einem

  • persönlichen Gespräch (mit fachlich Vorgesetzten, gegebenenfalls Personalern oder sogar Geschäftsführern) und
  • Einstellungstest (über dein Allgemeinwissen, die berufliche Eignung und deine persönlichen Eigenschaften)

teilnehmen musst. Große Unternehmen führen häufig auch ein Assessment Center durch.

Wie viel verdiene ich als Chemikant/in?

Gehalt während der Ausbildung

Während der Chemikant/in Ausbildung liegt deine Ausbildungsvergütung bei einem Bruttomonatsgehalt von ca.:

  • 1.006 bis 1.056 Euro im ersten Ausbildungsjahr
  • 1.071 bis 1.153 Euro im zweiten Ausbildungsjahr
  • 1.120 bis 1.218 Euro im dritten Ausbildungsjahr
  • 1.166 bis 1.303 Euro im vierten Ausbildungsjahr

Quelle: Agentur für Arbeit, Stand: 08/2021

Bei diesen Summen handelt es sich um durchschnittliche Bruttomonatsgehälter, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Außerdem hängt die Höhe deines Gehalts auch davon ab, ob dein Unternehmen tarifgebunden ist oder nicht. Tarifgebundene Unternehmen müssen ihren Azubis und Angestellten ein Gehalt zahlen, dass sich an den vorgegebenen Tarifen orientiert.

Ist dein Unternehmen nicht tarifgebunden, kann dein Gehalt auch geringer ausfallen.

Sicher ist: Dir steht laut dem Berufsbildungsgesetz § 17 eine Mindestvergütung von

  • 585 Euro Bruttomonatsgehalt im ersten Ausbildungsjahr,
  • 690,30 Euro Bruttomonatsgehalt im zweiten Ausbildungsjahr,
  • 789,75 Euro Bruttomonatsgehalt im dritten Ausbildungsjahr und
  • 819 Euro Bruttomonatsgehalt im vierten Ausbildungsjahr

zu, wenn du deine Ausbildung im Jahr 2022 beginnst. Die Mindestvergütung für Auszubildende wurde 2020 eingeführt. Der Betrag, der dir im ersten Ausbildungsjahr zusteht, erhöht sich jedes Jahr. Wenn du deine Ausbildung also erst 2023 beginnst, erhältst du mehr Geld als jetzt. Während deiner Ausbildung bekommst du außerdem nicht jedes Jahr das gleiche Gehalt. So kannst du dich in deinem zweiten, dritten und vierten Jahr über mehr Geld freuen. Als Grundlage für die Berechnung dient das Gehalt deines ersten Ausbildungsjahres. Folgende Prozentsätze, die auch im Berufsbildungsgesetz festgelegt wurden, werden je nach Lehrjahr, in dem du dich befindest, hinzuaddiert:

  • für das zweite Jahr: 18 Prozent
  • für das dritte Jahr: 35 Prozent
  • für das vierte Jahr: 40 Prozent

Was bedeutet brutto?

„Brutto“ bedeutet vereinfacht „zusammengesetzte Größe“. Dein Bruttogehalt ist die Summe deines Gehalts vor den Abzügen der Lohnsteuer und Sozialabgaben. Was nach diesen Abzügen übrig bleibt, ist dein Nettogehalt, das tatsächlich auf deinem Konto landet.

Gehalt nach der Ausbildung

Chemikanten verdienen ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt von ca. 3.758 Euro. Auch hier handelt es sich um einen bundesweiten Durchschnittswert.

Anhand dieser Beispielgehälter kannst du dir ein besseres Bild machen:

Bundesland Bruttojahresgehalt
Berlin44.700 €
München52.400 €
Bremen 46.700 €
Köln 51.300 €

Quelle: Stepstone, Stand: 08/2021

Dein Gehalt wird von ganz unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, beispielsweise von:

  • deinem Alter
  • deinem Arbeitsort
  • der Größe deines Unternehmens
  • deiner Berufserfahrung
  • der Dauer deiner Betriebszugehörigkeit

 

Welche Karriereaussichten habe ich nach der Chemikant/in Ausbildung?

Der Beruf Chemikant/in ist anspruchsvoll und erfordert ein hohes Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt, daher sind gut ausgebildete Chemikanten gefragt! Wenn du während deiner Ausbildung Ehrgeiz zeigst, hast du gute Chancen, von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden.

Als Chemikant/in arbeitest du:

  • in Unternehmen der chemischen oder pharmazeutischen Industrie
  • bei Herstellern von Lacken und Farben
  • in Unternehmen der Kunststoff verarbeitenden Industrie

Typische Arbeitsorte sind dort Produktions- und Werkhallen, aber auch Laborräume und Reinräume.

Wenn du dich nach einigen Jahren im Beruf weiterentwickeln willst, kannst du dich mit einer der Aufstiegsfortbildungen

  • Industriemeister (Chemie oder Pharmazie),
  • Techniker (Chemietechnik, Farb- und Lacktechnik oder Umweltschutztechnik) oder
  • Technischer Fachwirt

für verantwortungsvollere Aufgaben qualifizieren. Eine bestandene Ausbildereignungsprüfung befähigt dich dazu, als Ausbilder/in dein Wissen an Azubis weiterzugeben.

Übrigens hast du mit einigen Jahren Berufserfahrung und einer bestandenen Aufstiegsfortbildung die Möglichkeit, auch ohne Abitur zu studieren. Hier stehen dir alle Möglichkeiten offen.

Wenn du in deinem Berufsfeld bleiben willst und eine fachliche Spezialisierung anstrebst, eigenen sich beispielsweise die Fächer:

Weitere verwandte Studiengänge findest du auf unserem Portal Ingenieurwesen-studieren.de.

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