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Mediengestalter/in Digital und Print Ausbildung

Du hast ein Händchen für den Zeichenstift, ein Auge für Farben und Formen und eine Nase für innovative Ideen und Konzepte? Dann hast du schon einige sehr gute Voraussetzungen für eine Ausbildung zur Mediengestalter/in im Gepäck! Ob dir der Rest auch zusagt, erfährst du hier: Wir erklären dir, was in der Ausbildung auf dich wartet und wie es um die Voraussetzungen, Karriere- und Gehaltsaussichten steht.

 

Mediengestalter/in: Der Beruf im Überblick

Da haben wir wieder so einen Beruf: irgendwas mit Medien. Aber halt, stimmt nicht, denn Mediengestalter machen eine ganze Menge, aber nicht einfach „irgendwas“: Sie gestalten, konzipieren, planen und beraten am Bildschirm und auf Papier, mit Bild und mit Ton, im Austausch mit Kunden und im Team. Es hat alles Hand und Fuß, muss gut geplant werden und dennoch ist Mediengestalter/in ein sehr kreativer Beruf.

Weil Mediengestalter so viel machen und können, ist der Beruf vielfältig und abwechslungsreich, aber ebenso anspruchsvoll. Er ist sogar so vielfältig, dass er sich in zwei verschiedene Ausrichtungen und somit Ausbildungen aufgliedert: in die Ausbildung Mediengestalter/in Bild und Ton und die Ausbildung Mediengestalter/in Digital und Print. Auf dieser Seite konzentrieren wir uns auf die Mediengestaltung Digital und Print.

Diese Gruppe der Mediengestalter gestaltet unter anderem Websites, Corporate Designs, Apps und Onlinekampagnen, aber ebenfalls handfeste Flyer, Broschüren, Magazine und vieles mehr. Dass man beides in der Ausbildung lernen muss, ergibt sich schon allein durch die verschiedenen Farbräume: Printfarben spielen sich in CMYK-Universum ab, digitale im RGB-Raum, und sie wirken jeweils unterschiedlich. Mediengestalter müssen also nicht nur ein gutes Auge haben, sondern sich auch eine Menge Fachwissen aneignen.

Während sich Mediengestalter Digital und Print, wie der Name schon sagt, auf digitale Sphären und Druck-Erzeugnisse konzentrieren, bewegen sich ihre Bild-und-Ton-Kollegen (noch) mehr im dreidimensionalen Bildraum, ergänzt um die auditive Komponente.

Die Ausbildung dauert ebenfalls drei Jahre und endet mit einer Prüfung vor der IHK, aber der Fokus liegt auf Kameraarbeit, Schnitt, (Post-)Produktion und Tonaufnahmen. Kreativität, Ausdauer, Teamfähigkeit und Stressresistenz sind auch hier wichtige Voraussetzungen.

Innerhalb der Ausbildung zur Mediengestalter/in Digital und Print gibt es wiederum drei verschiedene Fachrichtungen: Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung sowie Gestaltung und Technik. Die fachspezifischen Inhalte werden in der Berufsschule allerdings erst ab dem dritten Berufsschuljahr vermittelt. Wir könnten uns vorstellen, dass deine Wahl der Fachrichtung zumindest etwas von den Schwerpunkten im Arbeitsalltag deines Ausbildungsbetriebs abhängt – sollte dir also schon jetzt klar sein, dass du unbedingt eine bestimmte Fachrichtung wählen möchtest, frag am besten in deinen Bewerbungsgesprächen nach, ob es Präferenzen seitens des Unternehmens gibt (Fragen in Jobinterviews zu stellen ist sowieso immer ein gutes Zeichen für dein Gegenüber, weil es zeigt, dass du dich informierst und ernsthaftes Interesse hast). Zum Teil weisen die Betriebe auch schon in den Stellenausschreibungen darauf hin, für welche Fachrichtung sie Azubis suchen – am besten du machst dir vorab gründlich Gedanken über deine Vorlieben und suchst danach „deinen“ Ausbildungsbetrieb aus, zum Beispiel in unserer Ausbildungsplatzbörse.

Es gibt aber natürlich Ausbildungsinhalte, die in allen Fachrichtungen gelernt werden. Das ist ja auch logisch, denn es gibt Dinge, die einfach jede/r Mediengestalter/in können muss: Ohne zum Beispiel Photoshop-, InDesign, Illustrator- und HTML-Kenntnisse kommt man in dem Job kaum über die Runden. Was außerdem alle Fachrichtungen gemeinsam haben, ist, dass man sowohl gestalterisches Talent als auch eine Affinität für Softwaretechnik mitbringen sollte. Darüber hinaus solltest du teamfähig, organisiert, stressresistent und lernbegeistert sein.

Alle Infos
zur Ausbildung

Steckbrief: Industriemechaniker/in

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Ausbildungsform

duale Ausbildung, es gibt allerdings auch viele rein schulische Angebote

Erforderlicher Schulabschluss

gesetzlich keine Mindestvorgabe, die meisten Azubis haben aber (Fach-)Abitur

Ausbildungsgehalt

zwischen ca. 627 und 987 Euro im ersten Lehrjahr

Ausbildungsinhalte

Wie schon erwähnt, wählst du eine der drei Fachrichtungen innerhalb deiner Ausbildung: Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung oder Gestaltung und Technik. Das heißt aber nicht, dass es nicht eine Menge an Inhalten gibt, die man in jeder Fachrichtung lernt. Das sind Folgende:

  • Arbeitsorganisation
  • Gestaltungsgrundlagen
  • Datenhandling
  • Medienintegration
  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht
  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz

Wie du vielleicht siehst, gibt es direkt auf deine Tätigkeit ausgerichtete Fertigkeiten, wie etwa Gestaltungsgrundlagen. Dann gibt es noch breiter gefasste Kenntnisse, die in vielen Ausbildungsberufen auf dem Stundenplan stehen, wie Arbeits- und Tarifrecht oder Umweltschutz. Das sind Dinge, die man zwar wissen sollte, aber die man in der Regel nicht jeden Tag bei der Arbeit braucht.

Je nach Wahl deiner Fachrichtung kommen dann noch richtungsspezifische Inhalte hinzu. Einige davon sind fest vorgegeben, aber fünf pro Fachrichtung sind Wahlpflichtinhalte, also etwa so wie in der Schule: Es gibt Listen mit Inhalten, aus denen du fünf Themen wählen kannst (und musst).

Wir listen dir gleich einige der Inhalte auf, die je nach gewählter Fachrichtung auf dich warten und erklären ein wenig, wodurch sich die eine Fachrichtung von den jeweils anderen beiden abhebt. Allerdings heißt es nicht unbedingt, dass du für immer und ewig zum Beispiel in der Konzeption arbeiten wirst, weil du es als Fachrichtung gewählt hast: Mediengestalter müssen im Beruf generell flexibel sein und sich ständig weiterbilden, insofern kannst du auch als Gestalter/in mal etwas mit Projektmanagement zu tun haben oder in der Konzeption selbst eine Skizze anfertigen. Vor allem, falls du in einem eher kleinen Unternehmen landen solltest, sind oft alle Mitarbeiter bei vielen Prozessen involviert.

Fachrichtung Beratung und Planung

Wer wäre darauf gekommen, in dieser Fachrichtung planst und berätst du in erster Linie. Wenn du also direkt Ausschlag bei dem Gedanken bekommst, dich mit Kunden auseinanderzusetzen, Aufwände zu berechnen und Angebote zu erstellen, ist das hier weniger deine Richtung.
Natürlich solltest du in den anderen Aufgabengebieten ebenfalls immer im Hinterkopf haben, was die Kunden wünschen und wie viel Zeit du in eine Sache stecken kannst, damit es sich für deine Firma lohnt. Aber so unmittelbaren Kundenkontakt wie in der Beratung hast du vermutlich nicht, wenn du in erster Linie scribbelst und photoshopst. Ein Interesse an Zahlen, wirtschaftlichen Überlegungen und Kommunikationsfreude solltest du demnach für die Fachrichtung Beratung und Planung am besten schon mitbringen.

Auf deinem Ausbildungsplan stehen bei den Pflichtinhalten:

  • Kommunikation und Kooperation
  • kundenorientierte Marketingmaßnahmen
  • Projektplanung und Konzeption
  • Kundenbeziehungen und Präsentation

Zu den Wahlpflichtinhalten, aus denen du wählen kannst, gehören in dieser Richtung unter anderem:

  • Kaufmännische Auftragsbearbeitung
  • Projektdurchführung
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Plattformen zur interaktiven Kommunikation

Fachrichtung Konzeption und Visualisierung

Wenn man die verschiedenen Fachrichtungen als Prozesse in einem Kundenauftrag verstehen möchte, wären die Mediengestalter Konzeption und Visualisierung wohl in der Mitte: Sie nehmen sich die Briefings der Kunden vor und analysieren welche Zielgruppen angesprochen und welche Medien eingesetzt werden sollen. Basierend auf ihren Ideen formulieren sie die Konzepte zur Umsetzung des Auftrags. Sie übernehmen somit eine Schnittstellenfunktion zwischen den Beratern und Planern auf der einen Seite und den Gestaltern und Technikern auf der anderen Seite (zu diesen gleich mehr).

Im Visualisierungsteil veranschaulichen sie ihre Konzeptionen durch Illustrationen und Gestaltungsraster und haben dabei gleichzeitig im Blick, dass die Entwurfsdateien technisch umsetzbar sind und den Budgetrahmen nicht sprengen. Auch direkte Rücksprachen mit Kunden können dazugehören und natürlich berücksichtigen sie etwaige Änderungswünsche von deren Seite.

Auf deinem Ausbildungsplan stehen bei den Pflichtinhalten:

  • Analyse des Auftrags und Erarbeitung der Konzeption
  • Visualisierung der Ideen und Entwürfe
  • Gestaltungsabstimmung
  • mediengerechte Ausarbeitung

Bei den Wahlpflichtinhalten kannst du unter anderem unter folgenden Themen auswählen:

  • Medienproduktion
  • Designkonzeption
  • Gestaltung von Printmedien
  • Gestaltung von Digitalmedien
  • Kreativitätstechniken

Fachrichtung Gestaltung und Technik

Layouts entwerfen, Fotos bearbeiten und Animationen erstellen, Websites programmieren und crossmedial arbeiten, Druckvorlagen setzen, produzieren und prüfen – all das und mehr gehört zu den Aufgaben für Gestalter und Techniker. Was davon im Arbeitsalltag routinemäßig die Schwerpunkte bildet, hängt unter anderem davon ab, wo du deine Ausbildung absolvierst – in einer kleinen digitalen Werbeagentur arbeitest du vermutlich fast ausschließlich am Rechner, in einer Druckerei geht es naturgemäß mehr um die Papiergestaltung.

Der Technikteil der Fachrichtung ist insofern nicht zu unterschätzen, als dass du nicht nur ein Auge für Farben und Formen haben, sondern auch ein Interesse an den verschiedenen Softwares mitbringen solltest, die immer mal wieder neue Komponenten oder Updates erhalten. Auch sich schnell in ein neues Programm einarbeiten zu müssen, kann gefordert sein. Oder aber du musst im Code einer Website herausfinden, warum der Banner nicht so sitzt, wie er es sollte. Solltest du viel mit Print zu tun haben, kommt der Umgang mit Druckplatten und Ähnlichem hinzu.

Auf deinem Ausbildungsplan stehen bei den Pflichtinhalten:

  • Arbeitsplanung
  • gestaltungsorientierte Produktion
  • technisch orientierte Produktion
  • Übergabe- und Ausgabeprozesse

Man muss zugeben: Bei dieser Fachrichtung ist die Liste mit möglichen Wahlpflichtinhalten mit Abstand länger als bei den anderen beiden Fachrichtungen. Da sind unter anderem einige richtig spezifische Sachen dabei:

  • Typografische Gestaltung
  • Digitale Bildbearbeitung
  • Datenausgabeprozesse
  • Datenbankanwendung
  • Hard- und Software
  • Verpackungsgestaltung
  • Dekorvorlagenherstellung
  • 3D-Objekterzeugnis
  • Reprografie
  • Musiknotenherstellung
  • Digitalfotografie
  • 3D-Bewegtbild

Wie schon erwähnt, solltest du nicht davon ausgehen, dass die Trennlinien zwischen den Fachrichtungen messerscharf sind. Wenn du in der Gestaltung sitzt, kannst du die Kundenwünsche nicht ignorieren und wirst eventuell auch mal an einem Kunden-Meeting teilnehmen. Wenn du in der Beratung tätig bist, kannst du trotzdem mal an einem konkreten Entwurf mitarbeiten. Der Beruf lebt unter anderem von Teamarbeit und Ideenaustausch.

Wie für alle staatlich anerkannten Ausbildungen gibt es für die Mediengestalter Digital und Print eine gesetzlich festgelegte Ausbildungsordnung. Die mag zwar zunächst etwas überwältigend wirken, aber falls du dich schon vor deiner Bewerbung detailliert informieren möchtest, ist sie eine gute Quelle. Du findest sie auf der Infoseite zur Ausbildung vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschluss, den du für die Ausbildung zur Mediengestalter/in bräuchtest. In der Praxis allerdings hat ein großer Teil der angehenden Mediengestalter Digital und Print die Hochschulreife.

Es ist generell oft schon schwer, einen Ausbildungsplatz zu ergattern, weil der Beruf so beliebt ist. Ohne (Fach-)Abitur verringern sich deine Chancen leider statistisch gesehen deutlich. Aber: Es gibt auch Azubis mit mittlerem Bildungsabschluss und Hauptschulabschluss, du solltest die Flinte also nicht voreilig ins Korn werfen, vor allem, wenn du vor Ideen sprühst und Talent hast.

Für das Jahr 2019 hat die Agentur für Arbeit folgende Daten bezüglich der Schulabschlüsse veröffentlicht:

Fachrichtung/Abschluss(Fach-)Abimittlerer AbschlussHauptschul-abschlussohne Hauptschul-abschluss
Beratung und Planung70%23%k.A.k.A.
Konzeption und Visualisierung71%20%5%2%
Gestaltung und Technik64%28%5%2%

Wenn du den Links folgst, kannst du dir die Daten auf den Seiten der Agentur für Arbeit noch einmal anschauen.

Damit du für eine duale Ausbildung an einer Berufsschule angenommen wirst, brauchst du auf jeden Fall einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen. Solltest du zu Beginn deiner Ausbildung jünger als 18 sein, benötigst du laut Jugendschutzgesetz zudem eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung.

Gesundheitlich solltest du feinmotorisch arbeiten können und ein gutes Sehvermögen haben – sowohl in Bezug auf Farben, auf räumliches Sehen als auch auf eine etwaige Fehlsichtigkeit. Natürlich zählt eine Korrektur durch deine Brille hier als gutes Sehvermögen! Allerdings könnte es schwierig werden, wenn bei dir zum Beispiel eine Rot-grün-Schwäche oder Ähnliches vorliegt. Über die körperliche Eignung entscheidet aber im Einzelfall eine ärztliche Untersuchung.

Persönliche Voraussetzungen

Dass du für die Ausbildung zum/r Mediengestalter/in kreativ sein musst, haben wir inzwischen schon gut vermittelt, oder? Aber ein kreatives Berufsfeld bedeutet (leider) nicht nur, viel ausprobieren zu können, denn oft gibt es harte Deadlines, zu denen etwas fertig sein muss. Das kann Überstunden mit sich ziehen und auch, unter Druck arbeiten bzw. kreativ sein zu müssen. Manche Menschen erreichen unter Druck kreative Höhenflüge, andere sind dadurch völlig blockiert. Du solltest also stressresistent sein, unter Druck konzentriert arbeiten und damit leben können, dass man nicht immer pünktlich nach Hause kommt.
Die konkreten Arbeitszeiten hängen aber auch immer ein bisschen davon ab, in welcher Art Unternehmen man landet.

Falls du dich fragst, welche Schulfächer eine Rolle in deinem Traumjob könnten, haben wir hier einige gelistet:

  • Kunst/Werken: Dass man gerne zeichnen, gestalten, basteln und erschaffen sollte, ist naheliegend. Wer vorm Wasserfarbkasten wegläuft, hat vermutlich auch wenig Spaß beim Farbmischen am Computer.
  • Mathe: Um technische Größen zu berechnen oder Kosten zu kalkulieren, sind solide mathematische Kenntnisse von Vorteil. Ein wirtschaftliches Know-how kann besonders dann hilfreich sein, wenn du in die Richtung Beratung und Planung gehen solltest.
  • Deutsch: Für den Austausch mit Kunden ist ein gutes verbales und schriftliches Ausdrucksvermögen wichtig. Außerdem sollten dir Tippfehler in Druckvorlagen auffallen und du musst eventuell selbst Wordings erstellen.
  • Englisch: Die Sprache von Mediengestaltern wimmelt von englischen Fachausdrücken, darüber hinaus können dir englischsprachige Fachtexte unterkommen. Nicht zuletzt ist es zudem möglich, dass du mit internationalen Kunden in Kontakt kommst, solltest du zum Beispiel für ein global agierendes Unternehmen arbeiten.
  • Informatik: HTML & CSS sind zwar kein Hexenwerk, aber ein Interesse an Computersprachen und Coden schon vorab kann nicht schaden, insbesondere, falls du dich im Anschluss an deine Ausbildung ins Webdevelopment vertiefen solltest.

Ablauf

Deine Ausbildung absolvierst du sowohl in deinem Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht wird entweder als Blockunterricht organisiert, für den du dann längere Zeit am Stück zur Schule gehst, oder aber er wird in deine Arbeitswoche integriert.

Im Ausbildungsrahmenplan gibt es eine grobe Zeiteinteilung, wann dir welche Inhalte vermittelt werden sollen. Die genaue Zeitplanung kann je nach Betrieb und Arbeitsorganisation individuell etwas unterschiedlich ausfallen. Diesen Ausbildungsrahmenplan kannst du bei Interesse in der Ausbildungsverordnung nachlesen. Diese findest du auf der Informationsseite zum Mediengestalter des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Übrigens: Die Regelausbildungsdauer liegt bei drei Jahren, prinzipiell und gesetzlich festgehalten kann die Ausbildungszeit aber verkürzt werden. Dafür musst du Rücksprache mit deinem Ausbildungsbetrieb halten und zusammen mit diesem einen entsprechenden Antrag an die zuständige Kammer stellen.

In der Berufsschule gibt es ebenfalls einen Lehrplan, der die Inhalte zeitlich strukturiert.

So lernst du zum Beispiel im ersten Jahr, wie du Medienprodukte typografisch gestaltest und eine Website planst sowie realisierst und im zweiten Jahr, wie du Daten für verschiedene Ausgabeprozesse aufbereitest und Bilder gestaltest, erfasst und bearbeitest. Erst im dritten Jahr gliedern sich dann die Lerninhalte in die drei Fachrichtungen auf. Du lernst also den größten Teil der Berufsschulzeit zusammen mit allen Leuten in deiner Berufsschulklasse.

Prüfungen

Die Prüfungen der Ausbildung Mediengestalter/in finden zweiteilig statt, in den Zwischenprüfungen am Ende des zweiten Ausbildungsjahres und in den Abschlussprüfungen ganz am Ende deiner Ausbildung. In deiner Zwischenprüfung zeigst du den Prüfer/innen im Grunde genommen das, was du bislang gelernt hast. Es gibt drei Prüfungsbereiche:

  • Gestaltung und Realisation eines Medienproduktes
  • Gestaltungsgrundlagen und Medienproduktion
  • Kommunikation, Arbeits- und Sozialrecht

Im Prüfungsbereich Gestaltung und Realisation eines Medienproduktes führst du eine praktische Aufgabe durch, in den anderen beiden Teilen bearbeitest du Aufgaben schriftlich.

Die Abschlussprüfungen sind je nach Fachrichtung etwas unterschiedlich gestaltet, allerdings nicht allzu sehr: Vier der fünf Prüfungsbereiche inklusive ihrer Gewichtungen für das Prüfungsergebnis sind bei allen Fachrichtungen gleich, nämlich:

  • Konzeption und Gestaltung (15 Prozent)
  • Medienproduktion (15 Prozent)
  • Kommunikation (10 Prozent)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (10 Prozent)

Der Löwenanteil hinsichtlich der Gewichtung macht mit 50 Prozent der Bereich aus, der spezifisch für die jeweilige Fachrichtung ist:

  • Fachrichtung Beratung und Planung: Projektplanung und Konzeption
  • Fachrichtung Konzeption und Visualisierung: Designkonzeption und Visualisierung
  • Fachrichtung Gestaltung und Technik: Gestaltungsumsetzung und technische Realisation

In allen Fachrichtungen müssen für diesen Teil jeweils zwei Prüfungsstücke angefertigt werden, beim zweiten sollen deine Wahlqualifikationen berücksichtigt werden. In den Fachrichtungen Beratung und Planung sowie Konzeption und Visualisierung kommen Präsentationen zum ersten Prüfungsstück hinzu, die etwa 30 Minuten dauern.
Die restlichen Prüfungsbereiche werden schriftlich absolviert, mit 90-minütigen Prüfungen in Konzeption und Gestaltung sowie Medienkonzeption und jeweils 60-minütigen Prüfungen in Kommunikation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Schulische Ausbildung

Es gibt einige (private) Schulen bzw. Akademien, die eine rein schulische Ausbildung bzw. Weiterbildung zum/r Mediengestalter/in und/oder verwandte Designberufe anbieten. Falls dich dieser Weg zum Traumjob interessiert, empfehlen wir dir, dich in den Angeboten zur Mediengestaltung auf unserem Partnerportal Medien-studieren.net umzuschauen.

Vorteil hier ist, dass man auch mit mittlerem Schulabschluss (und Talent) eine gute Chance auf einen Ausbildungsplatz hat und private Akademien häufig in kleinen Klassen mit guter technischer Ausstattung arbeiten. Ausbildungsplätze sind einfach sehr hart umkämpft. Du solltest dich aber vorab unbedingt über den Abschluss am Ende der Ausbildung informieren: Wenn es nicht die Option gibt, an der IHK-Prüfung als Extern/e teilzunehmen, sollte der Abschluss zumindest staatlich anerkannt und dem Ansehen des IHK-Titels gleichgestellt sein.

Außerdem solltest du abwägen, ob du auf die praktische Erfahrung im Betrieb verzichten möchtest, selbst wenn ein Praktikum oder ein Praxissemester eventuell in die schulische Ausbildung integriert ist. Und noch ein wichtiger Faktor: Ein Ausbildungsgehalt erhältst du während einer schulischen Ausbildung nicht – dafür kostet diese Ausbildung in aller Regel Geld.

Eine weitere Alternative zur dualen Ausbildung ist ein Studium im Bereich Design, hierfür gibt es zahlreiche (Fach-)Hochschulen und Akademien. Um dich über deine akademischen Optionen zu informieren, empfehlen wir dir unsere ausführlichen Infoseiten zu Designstudiengängen auf unserem Partnerportal Medien-studieren.net.

Junge Frau arbeitet an der Schneideplatte

Bewerbung

Um dich zu bewerben, brauchst du zunächst einmal die passende Stelle – schau dafür doch am besten gleich einmal in unsere Ausbildungsplatzbörse!

Bewerbungen sind für angehende Mediengestalter (noch) aufwendiger als für weniger gestalterische Berufe, weil dein Bewerbungsschreiben und Lebenslauf nicht nur inhaltlich ansprechend und fehlerfrei sein müssen – du kannst direkt zusätzlich punkten, wenn das Design deiner Unterlagen dein Talent und deine Persönlichkeit repräsentiert. Glücklicherweise gibt es nicht nur die üblichen kostenpflichtigen Programme, sondern auch einige Freeware-Programme, mit denen du dich ausprobieren kannst. Du solltest aber damit nicht übertreiben, die Bewerbung soll ja immer noch seriös sein. Einen guten Mittelweg zwischen Kreativität und Standardanforderungen zu finden, ist schwer, kann sich aber lohnen.

Apropos Standard: Auf keinen Fall solltest du dir deine Bewerbungen schreiben bzw. gestalten lassen oder sie aus dem Internet ziehen, schon allein weil Personalchefs in der Regel vertraut sind mit immer wieder auftauchenden Vorlagen. Da Kreativität eine Schlüsselkompetenz für Mediengestalter ist, solltest du sie schon in der Bewerbung unter Beweis stellen und das wird mit Standardfloskeln und -vorlagen nicht funktionieren.

Bewerbungen schreiben ist für viele ein notwendiges Übel, aber vielleicht kennst du ja jemanden, der ein Händchen dafür hat und dir gerne hilft. Mit „helfen“ meinen wir das wichtige Korrekturlesen und den einen oder anderen Tipp, wie du deine Interessen und Fähigkeiten am besten darstellst. Und falls du dann noch haderst: Wir haben einige Tipps für dich zusammengestellt, die dir eine Stütze sein sollen. Du findest sie in unserem Artikel Bewerbung für die Ausbildung.

Achte ebenfalls darauf, wie und bis wann Unternehmen deine Bewerbung bekommen möchten (in der Regel per E-Mail oder über ein Bewerbungsportal) und wer dein/e Ansprechpartner/in ist, ein „sehr geehrte Damen und Herren“ sollte die Ausnahme sein und nur dann eingesetzt werden, wenn man nicht weiß, bei wem die Bewerbung landet.

Gehalt

Während der Ausbildung

So wie später im Berufsleben hängt deine Ausbildungsvergütung von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel davon, in welchem Bundesland du arbeitest, in welcher Branche, wie groß dein Ausbildungsbetrieb ist und ob er nach Tarif bezahlt. Laut den Angaben der Agentur für Arbeit zu den durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen kannst du im ersten Ausbildungsjahr mit einem Bruttoverdienst zwischen ca. 627 und 987 Euro rechnen.

Diese Spanne ergibt sich unseres Erachtens weniger durch unterschiedliche Fachrichtungen – auch wenn die Agentur für Arbeit für alle Richtungen eigene Finanzinfos angelegt hat – als vielmehr durch unterschiedliche Tarifstandards nach Branche. So startest du beispielsweise im Privatrundfunk mit 735 Euro und in der Druckindustrie mit 976 Euro. Außerdem sind die Lebenshaltungskosten in den Bundesländern unterschiedlich hoch, was sich auf die (Ausbildungs-)Gehälter niederschlagen kann, wodurch sich auch innerhalb einer Tarifregelung Spannen ergeben können.

Beachte bitte: Diese Angaben der Agentur für Arbeit orientieren sich an den tarifvertraglichen Regelungen, du hast also deshalb leider nicht in jedem Betrieb Anspruch auf eine Vergütung in den genannten Rahmen. Hier findest du die Infos zu den Vergütungen für Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung sowie Gestaltung und Technik.

Selbst wenn dein Ausbildungsvertrag nicht unter eine Tarifregelung fallen sollte: Deine Ausbildungsvergütung steigt jedes Jahr. Und nicht nur das: Seit Januar 2020 gibt es eine gesetzliche geregelte Mindestausbildungsvergütung für Azubis, wenn kein Tarifvertrag greift!

Dir steht damit laut dem Berufsbildungsgesetz § 17 eine Mindestvergütung von

  • 585 Euro Bruttomonatsgehalt im ersten Ausbildungsjahr,
  • 690,30 Euro Bruttomonatsgehalt im zweiten Ausbildungsjahr,
  • 789,75 Euro Bruttomonatsgehalt im dritten Ausbildungsjahr und
  • 819 Euro Bruttomonatsgehalt im vierten Ausbildungsjahr

zu, wenn du deine Ausbildung im Jahr 2022 beginnst. Die Mindestvergütung für Auszubildende wurde 2020 eingeführt. Der Betrag, der dir im ersten Ausbildungsjahr zusteht, erhöht sich jedes Jahr. Wenn du deine Ausbildung also erst 2023 beginnst, erhältst du mehr Geld als jetzt. Während deiner Ausbildung bekommst du außerdem nicht jedes Jahr das gleiche Gehalt. So kannst du dich in deinem zweiten, dritten und vierten Jahr über mehr Geld freuen. Als Grundlage für die Berechnung dient das Gehalt deines ersten Ausbildungsjahres. Folgende Prozentsätze, die auch im Berufsbildungsgesetz festgelegt wurden, werden je nach Lehrjahr, in dem du dich befindest, hinzuaddiert:

  • für das zweite Jahr: 18 Prozent
  • für das dritte Jahr: 35 Prozent
  • für das vierte Jahr: 40 Prozent

Es kann allerdings (zumindest theoretisch) passieren, dass du eine Ausbildung mit Tariflohn absolvierst, der geringer ausfällt als diese Mindestausbildungsvergütung, da diese Regelung eben nur dort greift, wo kein Tarifrecht gilt.

Nach der Ausbildung

Auch nach der Ausbildung hängt dein Verdienst von den gerade genannten Faktoren ab. Hinzu kommen im Laufe der Zeit noch deine Berufserfahrung, etwaige Zusatzqualifikationen und/oder Weiterbildungen sowie etwas Verhandlungsgeschick.

Für das durchschnittliche Gehalt von Mediengestaltern gibt die Agentur für Arbeit als (wiederum tariflich verortete) Orientierung eine Spanne von 2.639 bis 3.301 Euro monatlich an. Gehalt.de schätzt den Verdienst geringer ein, mit der Hälfte der Gehälter für Mediengestalter in einer Spanne von 2.102 bis 3.328 Euro (Stand jeweils 07/21).

Brutto und netto

Von deinem Bruttogehalt werden Steuern und Sozialabgaben abgezogen, es ist also leider nicht das, was auf deinem Konto landet. Je nach deinen Lebensumständen (ob du zum Beispiel ledig bist oder Kinder hast), landest du in einer anderen Steuerklasse. Deshalb sind Gehaltsangaben immer Bruttobeträge – was netto rauskommt, ist individuell unterschiedlich.

Karrierechancen als Mediengestalter/in

Deine berufliche Zukunft als Mediengestalter/in ist insofern gesichert, als dass überall gestaltet werden muss: in Werbeagenturen, Verlagshäusern, Marketingabteilungen großer Unternehmen, Rundfunkanstalten oder Presseabteilungen. Selbstständigkeit könnte ebenfalls eine Option für dich sein. Allerdings solltest du von relativ großer Konkurrenz ausgehen, weil die Branche so beliebt und dicht besiedelt ist, nicht nur von Mediengestaltern, die eine Ausbildung gemacht haben, sondern auch von Studenten diverser Designrichtungen, von Absolventen privater Akademien oder Quereinsteigern.

Um auf dem Laufenden zu bleiben, sind unter anderem Weiterbildungen eine gute Idee. Einmal gibt es sogenannte Anpassungsfortbildungen, mit denen du dich auf den aktuellen Stand bringen oder noch tiefer spezialisieren kannst. Und seien wir mal ehrlich, der aktuelle Stand ist in der Mediengestaltung schnell wieder passé, weil es immer wieder neue Programme, Designtechniken oder ästhetische Trends gibt. Das ist spannend, aber auch eine Aufforderung zum lebenslangen Lernen.

Außerdem hast du die Möglichkeit, durch Aufstiegsfortbildungen, naja, logisch, weiter aufzusteigen. Naheliegend wären für dich da etwa die Prüfung als Industriemeister/in der Fachrichtung Printmedien oder eine Weiterbildung als Techniker/in im Bereich Druck- und Medientechnik. Auch eine Weiterbildung zum Medienfachwirt kann dich für Führungstätigkeiten qualifizieren.

Wir haben es schon mehrmals erwähnt: Ein anschließendes (berufsbegleitendes) Studium ist eine Option, um noch einmal eine ganze Menge zu lernen und sich eventuell zu spezialisieren, etwa auf Animation, Game Design oder Produktdesign.
Vielleicht ist ein Studium auch direkt eine Alternative zur Ausbildung für dich. Unter Umständen geht das sogar ohne Abitur, je nach (Fach-)Hochschule bzw. Akademie. Lies dir zu dem Thema gerne unseren Artikel „Studieren ohne Abitur“ auf unserem Partnerportal Das-Richtige-studieren.de durch.

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