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Zahntechniker/in Ausbildung

Du arbeitest gerne handwerklich, kannst dich geduldig in den Umgang mit Gips, Metallen und Schweißgerät vertiefen, hast aber auch Interesse an maschineller Fertigung und ekelst dich außerdem nicht vorm Gebiss im Wasserglas deiner Oma? Dann bist du vielleicht genau richtig in einer Zahntechniker/in Ausbildung! Erfahre hier alles über die Ausbildungsinhalte, Karriereaussichten und finde direkt passende Ausbildungsplätze in unserer Ausbildungsplatzbörse!

 

Zahntechniker/in: Der Beruf im Überblick

Wenn in einem Krimi ein unschön entstelltes Mordopfer identifiziert werden muss, hört man gerne mal eine Frage wie „Haben wir Röntgenbilder vom Gebiss des mutmaßlichen Opfers?“. Tatsächlich sind die Zähne eines Menschen so individuell und wir darüber in so großem Maß identifizierbar, dass es so etwas wie einen „dentalen Fingerabdruck“ gibt – kein Wunder also, dass Zahntechniker/innen so wichtig sind, wenn es darum geht, diese Einzigartigkeit bei Patient/innen zu erhalten und zu rekonstruieren!

Als Zahntechniker/in fertigst du alle möglichen Arten von Prothesen, Implantaten und Geräten zur Zahn- und Kieferregulierung (letzteres sind z. B. Spangen und Aufbissschienen) an. Davon gibt es inzwischen eine ganze Menge, denn die Zahnmedizintechnik entwickelt sich fortwährend weiter: Da wären etwa die altbewährten Kronen, bei denen ein beschädigter Zahn eine Art Kappe aufgesetzt bekommt, Inlays, mit denen man noch genügend erhaltene Zähne auffüllt, Brücken, Implantate mit künstlicher Wurzel und künstlichem Zahn, Teil- und Vollprothesen oder kosmetische Optionen wie Veneers, mit denen man die Frontzähne aufhübschen kann.

Alle Infos
zur Ausbildung

Du hast dabei mit vielen verschiedenen Materialien zu tun: Einmal natürlich mit Gips, mit dem du die Gebissabdrücke aus den Zahnarztpraxen auffüllst und so ein Gebiss nachbildest, aber auch mit all den Stoffen, aus denen du die verschiedenen Zahnersatze und Hilfsmittel herstellst. Dazu gehören Keramik und Kunststoff, biokompatible (Kunst-)Harze sowie verschiedene Metalle und Legierungen, etwa Gold und Titan.

Zur Bearbeitung der Stoffe kommen verschiedene Werkzeuge und Verfahren zum Einsatz, u. a. computergesteuerte Maschinen (mit CAM-Programmen, also Computer Aided Manufacturing). Bohr- Schleif- und Poliermaschinen, Schmelz- und Löteinrichtungen, Schweißgeräte, Brennöfen und Ultraschallreiniger – das Reinigen von Prothesen gehört auch zum Job – sind deine tägliche Arbeitsgeräte. Kleinteiliges wird u. a. mit Pinzetten und Messern geformt. Überprüfen kannst du deine Arbeit in einem Kieferbewegungssimulator (Artikulator), damit es später beim Patienten beim Möhrchen knabbern sitzt und hält. Auch mit Farbe wird gewerkelt, wenn etwa Implantate in der Farbe bemalt werden, die exakt zum Gebiss des/der Patient/in passt – schließlich soll es so aussehen, als hätte nie ein Zahn (oder mehr) gefehlt. Manche Zahntechniker/innen beraten darüber hinaus direkt Patient/innen und informieren über verschiedene Optionen bei beschädigten oder verlorenen Zähnen.

Mit zwei linken Händen wirst du in dem Job wohl leider weder glücklich noch erfolgreich, denn handwerkliches Geschick ist für die sehr präzisen und teilweise kleinteiligen Arbeitsschritte bei der Modellierung unabdingbar. Hinzu kommt, dass etwa Gips recht schnell trocknet, man hat für einige Prozesse also nur wenig Zeit. Genauigkeit, Sorgfalt, Liebe zum Detail und Geduld sind wichtige Eigenschaften – letzteres, weil einige Prothesen und Geräte schon in wenigen Stunden fertig sein können, an anderen aber mehrere Tage gearbeitet werden muss. Deine Arbeit erledigst du in der Regel in technischen Zahnlaboren bzw. in eigenen Laboren von (großen) Zahnarztpraxen oder Zahnkliniken. Wie genau die Ausbildung abläuft, schauen wir uns im Folgenden an.

Steckbrief: Zahntechniker/in

Ausbildungsdauer

3,5 Jahre

Ausbildungsform

Duale Ausbildung

Erforderlicher Schulabschluss

Die meisten Azubis haben die Hochschulreife oder einen mittleren Bildungsabschluss.

Ausbildungsgehalt

Zwischen ca. 550 und 650 Euro im ersten Lehrjahr

Ausbildungsinhalte

Der Beruf Zahntechniker/in ist ein handwerklicher Beruf, wie du dir nach unseren Ausführungen zur notwendigen Geschicklichkeit vielleicht schon gedacht hast. Das, was du in der Ausbildung lernst, ist genau in der „Verordnung über die Berufsausbildung zum Zahntechniker/zur Zahntechnikerin“ festgelegt. Wenn dich alle Details zu den Inhalten und dem Aufbau der Ausbildung zum/r Zahntechniker/in interessieren, kannst du sie dort nachlesen.

Ein großer Teil des Lernstoffs betrifft natürlich die Herstellung von Zahnersatz & Co., hinzu kommen aber auch allgemeinere Inhalte, wie etwa Arbeits- und Tarifrecht oder Umweltschutz bei der Arbeit.

Zu den Ausbildungsinhalten gehören unter anderem:

  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebs
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Lesen und Anwenden von technischen Unterlagen sowie Einsetzen und Handhaben von Arbeitsgeräten und Werkzeugen
  • Beurteilen und Einsetzen von Werk- und Hilfsstoffen
  • Erstellen von zahntechnischen Planungen
  • Anfertigen von Bissregistrierhilfen und Umsetzen in Kieferbewegungssimulatoren
  • Herstellen von partiellem und totalem Zahnersatz
  • Herstellen von kieferorthopädischen und therapeutischen Geräten
  • Verarbeiten von zahnfarbenen Werkstoffen
  • Einarbeiten von konfektionierten Verbindungselementen, Herstellen von individuellen Verbindungselementen

Die Ausbildungsverordnung enthält außerdem einen sogenannten Ausbildungsrahmenplan, der regelt, wann du im Betrieb was innerhalb der dreieinhalbjährigen Ausbildung lernst. Je nach betrieblichen Anforderungen kann vom zeitlichen und sachlichen Aufbau abgewichen werden, allerdings gibt es natürlich Inhalte, die logisch aufeinander aufbauen – du kannst zum Beispiel keine Prothesen anfertigen, bevor du mit den Werkzeugen umgehen kannst.

Vorgesehen ist, dass du …

... im ersten Jahr unter anderem lernst, wie du Werkzeuge, Messgeräte, Bearbeitungsmaschinen und technische Einrichtungen reinigst, pflegst und instand hältst,

... im zweiten Jahr unter anderem lernst, wie du Fertigungsschritte, insbesondere Modell, Biss, Zustand und eingestellte Werte des Kaubewegungssimulators, beurteilst und dokumentierst,

... im dritten Jahr unter anderem lernst, wie du Metallbasen für totale Prothesen konstruierst und herstellst und festsitzenden Zahnersatz konstruierst und

... im vierten Jahr unter anderem lernst, wie du therapeutische Geräte konstruierst, Brennprogramme auswählst und keramische Massen brennst.

Diese betrieblichen Inhalte werden in der Berufsschule ergänzt bzw. dort zusätzlich behandelt. Die schulischen Ausbildungsthemen sind ebenfalls offiziell in verschiedenen Lernfeldern festgehalten, und zwar im „Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Zahntechniker/Zahntechnikerin“, falls du sie einmal nachlesen möchtest.

So wird ...

... im ersten Lehrjahr zum Beispiel „das natürliche Gebiss und seine Erkrankungen“ behandelt,

... im zweiten Lehrjahr steht die „Rekonstruktion von Zähnen nach verschiedenen Konzepten durchführen und bewerten“ auf dem Stundenplan und

... im dritten und vierten Lehrjahr werden Füllungen, Kronen, Brücken sowie partielle und totale Prothesen geplant, hergestellt und bewertet.

Wir haben jeweils nur einige wenige Punkte aus den Lehrplänen in Betrieb und Berufsschule gepickt – du solltest auf keinen Fall Angst haben, dass dir langweilig wird, denn allein die verschiedenen Herstellungsverfahren und Materialien werden für genügend Lernstoff sorgen!

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Es gibt keinen gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschluss, den du für die Ausbildung zum/r Zahnmedizinischen Fachangestellten bräuchtest. Allerdings werden in der Praxis überwiegend Bewerber/innen mit Hochschulreife und mittlerem Bildungsabschluss eingestellt.

So hatten 2019 42 Prozent der Ausbildungsanfänger/innen die Hochschulreife, 41 Prozent einen mittleren Schulabschluss und 12 Prozent einen Hauptschulabschluss. Nur ein Prozent hatte keinen Hauptschulabschluss.

Wenn du unter 18 Jahre alt bist, musst du zum Beginn deiner Ausbildung eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen. Wir könnten uns vorstellen, dass etwa Allergien etc. gegen im Berufsalltag verwendete Materialien (wie Metalle oder zum Teil hochaggressive Säuren) Hinderungsgründe sein könnten. Auch Beeinträchtigungen der Feinmotorik oder nicht-korrigierbare Sehschwächen solltest du im Zweifelsfall vorab durch eine ärztliche Einschätzung checken lassen. Damit du an einer Berufsschule angenommen wirst, musst du außerdem einen Vertrag mit einem Ausbildungsbetrieb haben.

Persönliche Voraussetzungen

Geschick, Sorgfalt, Geduld und Spaß an kleinteiliger Bastelei sollten zu deinen Stärken gehören, um im Job des Zahntechnikers/der Zahntechnikerin aufzugehen. Ein Gipsabdruck kann zum Beispiel schnell Blasen schlagen oder unglücklich aus der Form brechen, wenn du nicht genau aufpasst und das Mischverhältnis nicht exakt einhältst. Da du im Labor von zum Teil lauten Maschinen und geruchsintensiven Farben und Lacken umgeben bist, solltest du gegenüber diesen Faktoren recht unempfindlich sein. Außerdem sind heiße Metalle und aggressive Säuren Gefahrenquellen, mit denen du behutsam und streng nach Sicherheitsvorschriften umgehen musst. Gutes Sitzfleisch ist darüber hinaus hilfreich, denn deine Tätigkeit spielt sich überwiegend im Sitzen ab.

Neben der praktischen Arbeit solltest du aber ebenso Interesse an theoretischen Berechnungen und analytischem Denken haben, denn Zahntechniker/innen müssen ihre Modelle genau planen, umsetzen und prüfen. Problematisch stehende Zähne etwa brauchen deine ganze Aufmerksamkeit, damit die Prothese später wirklich passt: Während der Herstellung muss immer wieder vermessen und geprüft werden. Noch passiert das überwiegend in Handarbeit, aber die zunehmend eingesetzten computerbasierten Herstellungsverfahren und Bearbeitungen dürften perspektivisch noch mehr zum Alltag in der Zahntechnik gehören – auch hier sind deine Aufmerksamkeit und Sorgfalt für Programmierung und Bedienung gefragt.

Was ebenfalls dazugehört: Die Reinigung von Prothesen. Du solltest dich also nicht vor Zahnstein oder der Tatsache ekeln, dass dein Arbeitsgegenstand schon diverse Steaks zerkaut hat. Falls du in der Beratung von Patient/innen oder Zahnärzt/innen tätig werden solltest, helfen gute Kommunikationsskills und Empathie – das gilt natürlich auch für deinen Umgang mit Kolleg/innen und Vorgesetzten.

Darüber hinaus gibt es einige Schulfächer, in denen gute Noten ein Vorteil während der Ausbildung sein können:

  • Biologie: Die Anatomie von Mund und Kiefer zu kennen ist wichtig, um zum Beispiel Verblendungen von Prothesen korrekt anpassen zu können. Diese musst du nicht schon vorher kennen, aber Interesse an Biologie und Anatomie sind sicherlich hilfreich.
  • Physik: Verformen, brennen und härten verschiedener Materialien – ein grundlegendes Verständnis von physischen Beschaffenheiten hilft beim Begreifen dieser Verarbeitungsprozesse.
  • Werken/Technik: Dass du mit zwei linken Händen im Labor keinen Blumentopf gewinnst, haben wir ja bereits erwähnt. Modellieren, fräsen, malen, schleifen, brennen und gießen sind dein tägliches Brot – wenn dir beim Werken oder im Technikunterricht der Umgang mit Werkzeugen und die Bearbeitung verschiedener Materialien Spaß gemacht haben (und du weder dich noch andere um Finger gebracht hast), ist das eine gute Voraussetzung.
  • Mathe: Wie viel Material muss ich einrechnen und in welchem Verhältnis muss es gemischt werden? Gute Mathekenntnisse helfen bei diesen Überlegungen, die zum Alltag von Zahntechniker/innen gehören.

Ablauf

Deine Ausbildung absolvierst du sowohl in deinem Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Der Berufsschulunterricht wird entweder als Blockunterricht organisiert, für den du dann längere Zeit am Stück zur Schule gehst, oder aber er wird in deine Arbeitswoche integriert.

Übrigens: Die Regelausbildungsdauer liegt bei dreieinhalb Jahren, prinzipiell kann die Ausbildungszeit aber verkürzt werden. Dafür musst du Rücksprache mit deinem Ausbildungsbetrieb halten und zusammen mit diesem einen entsprechenden Antrag an die zuständige Kammer stellen.

Prüfungen

Auf deinem Weg zum/r Zahnmedizinischen Fachangestellten absolvierst du zwei Prüfungen: Einmal eine Zwischenprüfung vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres und die Gesellenprüfung zum Ende deiner Ausbildungszeit.

Die Zwischenprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Im schriftlichen Teil beantwortest du innerhalb von maximal drei Stunden Fragen, die praxisbezogene Fälle betreffen, und zwar aus folgenden Bereichen:

  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz
  • Grundlagen der Anatomie und Physiologie des orofacialen Systems, das Gebiss als Funktionseinheit
  • Konstruktion und Fertigung des Zahnersatzes eines Kiefers, Rekonstruktion natürlicher Okklusion
  • Eigenschaften und Einsatz von Werk- und Hilfsstoffen
  • Fehleranalyse, Dokumentation

Für die praktische Zwischenprüfung fertigst du in maximal sieben Stunden drei Prüfungsstücke an. Laut Ausbildungsordnung kommen dafür insbesondere das Einstellen vorgegebener Modelle in einen Kieferbewegungssimulator, das Modellieren einer Kaufläche und das Aufstellen einer partiellen oder totalen Prothese in Betracht.

Auch deine Gesellenprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Der praktische Teil ist richtig umfangreich, denn er besteht wiederum aus drei Prüfungsstücken, für die du diesmal insgesamt 27 Stunden Zeit hast, und dann noch einer Arbeitsprobe à fünf Stunden. Übrigens gehört zu allen praktischen Aufgaben in Zwischen- und Abschlussprüfung, dass du deine Arbeitsschritte planst und protokollierst und im Anschluss dein Ergebnis bewertest. In der Bewertung des praktischen Teils machen die Prüfungsstücke 75 Prozent des Ergebnisses, die Arbeitsprobe 25 Prozent des Ergebnisses aus.

In der schriftlichen Gesellenprüfung warten drei Bereiche auf dich, die du mit unterschiedlichem Zeitaufwand bearbeitest:

  • Technologie (210 Minuten)
  • Fertigungsplanung und -kontrolle (90 Minuten) und
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten)

In die Bewertung des schriftlichen Teils fließt Technologie zu 50 Prozent, Fertigungsplanung und -kontrolle zu 30 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde zu 20 Prozent ein.

Zahntechniker betrachtet 3D-Grafik eines Gebisses

Bewerbung

Um dich zu bewerben, brauchst du zunächst einmal die passende Stelle – schau dafür doch am besten gleich einmal in unsere Ausbildungsplatzbörse!

Bewerbungen schreiben liegt nicht allen Menschen, aber vielleicht kennst du ja jemanden, der ein Händchen dafür hat und dir gerne hilft – oder vielleicht gehörst du sogar selbst zur Gruppe der Bewerbungsfans! Mit „helfen“ meinen wir übrigens Korrekturlesen und Anregungen geben, wie du deine Interessen und Fähigkeiten am besten darstellst. Auf keinen Fall solltest du dir deine Bewerbungen schreiben lassen oder sie copy-pasten – nicht nur, weil Personalchefs Standardvorlagen erkennen. Auch lesen sich Floskeln nicht so, dass man die Person dahinter kennenlernen möchte. Wenn dich das Berufsbild wirklich anspricht und es deinen Fähigkeiten entspricht, findest du sicherlich einen Weg, das überzeugend rüberzubringen, indem du z. B. über deine Stärken und Interessen sprichst. (Schul-)Praktika können dich auch weiterbringen! Und falls du noch haderst: Wir haben einige Tipps für dich zusammengestellt, die dir eine Stütze sein sollen. Du findest sie in unserem Artikel Bewerbung für die Ausbildung.

Achte ebenfalls darauf, wie und bis wann Unternehmen deine Bewerbung bekommen möchten (in der Regel per Mail oder über ein Bewerbungsportal).

Wenn du mit der Bewerbung erfolgreich warst, kommt der wohl spannendste Teil, das Bewerbungsgespräch. Auch hier haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt: in unserem Ratgeber zum Vorstellungsgespräch.

Gehalt

Während der Ausbildung

Ausbildungsvergütungen hängen häufig von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel davon, in welchem Bundesland du arbeitest, in welcher Branche, wie groß dein Ausbildungsbetrieb ist und ob er nach Tarif bezahlt.

Laut den Angaben der Agentur für Arbeit zu den durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen für Zahntechniker/innen kannst du im ersten Ausbildungsjahr mit einem Bruttoverdienst zwischen ca. 550 und 650 Euro rechnen, was, seien wir ehrlich, nicht der Jackpot an Ausbildungsvergütungen ist. Im letzten Ausbildungsjahr sind es dann immerhin zwischen 770 und 800 Euro brutto.

Beachte bitte: Diese Angaben der Agentur sind lediglich Orientierungswerte.

Das Gute ist: Deine Ausbildungsvergütung steigt jedes Jahr. Und nicht nur das: Seit Januar 2020 gibt es eine gesetzliche geregelte Mindestausbildungsvergütung für Azubis, wenn kein Tarifvertrag greift!

Das heißt, dir steht laut dem Berufsbildungsgesetz § 17 eine Mindestvergütung von

  • 585 Euro Bruttomonatsgehalt im ersten Ausbildungsjahr,
  • 690,30 Euro Bruttomonatsgehalt im zweiten Ausbildungsjahr,
  • 789,75 Euro Bruttomonatsgehalt im dritten Ausbildungsjahr und
  • 819 Euro Bruttomonatsgehalt im vierten Ausbildungsjahr

zu, wenn du deine Ausbildung im Jahr 2022 beginnst. Die Mindestvergütung für Auszubildende wurde 2020 eingeführt. Der Betrag, der dir im ersten Ausbildungsjahr zusteht, erhöht sich jedes Jahr. Wenn du deine Ausbildung also erst 2023 beginnst, erhältst du mehr Geld als jetzt. Während deiner Ausbildung bekommst du außerdem nicht jedes Jahr das gleiche Gehalt. So kannst du dich in deinem zweiten, dritten und vierten Jahr über mehr Geld freuen. Als Grundlage für die Berechnung dient das Gehalt deines ersten Ausbildungsjahres. Folgende Prozentsätze, die auch im Berufsbildungsgesetz festgelegt wurden, werden je nach Lehrjahr, in dem du dich befindest, hinzuaddiert:

  • für das zweite Jahr: 18 Prozent
  • für das dritte Jahr: 35 Prozent
  • für das vierte Jahr: 40 Prozent

Es kann allerdings passieren, dass du eine Ausbildung mit Tariflohn absolvierst, der geringer ausfällt als diese Mindestausbildungsvergütung, da diese Regelung eben nur dort greift, wo kein Tarifrecht gilt.

 

Nach der Ausbildung

Auch nach der Ausbildung hängt dein Verdienst von genannten Faktoren ab. Hinzu kommen im Laufe der Zeit noch deine Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen und/oder Weiterbildungen sowie gegebenenfalls Verhandlungsgeschick.

Zum durchschnittlichen Gehalt von Zahntechniker/innen ist gibt die Agentur für Arbeit eine Orientierungsspanne zwischen 2.063 und 3.267 Euro für 50 Prozent der Gehälter an. Gehalt.de hat ebenfalls für 50 Prozent der Gehälter eine Skala von 2.483 bis 3.365 Euro brutto monatlich ermittelt (Stand jeweils 09/21). Beachte bitte unbedingt, dass diese Gehälter nur zur Orientierung dienen und nicht verbindlich sind!

Wenn du deine Verdienstaussichten nach der Ausbildung verbessern möchtest, gibt es einige Fortbildungsmöglichkeiten, die wir im nächsten Abschnitt vorstellen.

Brutto und netto

Von deinem Bruttogehalt werden Steuern und Sozialabgaben abgezogen, es ist also leider nicht das, was auf deinem Konto landet. Je nach deinen Lebensumständen (ob du zum Beispiel ledig bist oder Kinder hast), landest du in einer anderen Steuerklasse. Deshalb sind Gehaltsangaben immer Bruttobeträge – was netto rauskommt, ist individuell unterschiedlich.

Karrierechancen als Zahntechniker/in

Wir haben schon erwähnt, dass CAD/CAM-Techniken im Beruf des/r Zahntechniker/in immer wichtiger werden: Laut eines Artikels der Deutsche Handwerks Zeitung von 2019 waren bereits damals 86 Prozent der Tätigkeiten in der Zahntechnik (zumindest theoretisch) von Robotern ausführbar. Die Beschäftigungsquote sei seit 2012 um 0,2 Prozent gesunken.

Andererseits müssen Roboter programmiert, bedient und beaufsichtigt werden und wir vermuten einmal, dass die perfekte Massenfertigung eines so individuellen Produkts ohne zumindest die Vorbereitung, Prüfung und Nachbearbeitung eines Menschen eher unwahrscheinlich ist. Auch sind einige Formen (noch) nicht maschinell fräsbar und die Ergebnisse sind ästhetisch nicht immer gleichwertig zum handgefertigten Produkt.

So oder so ist es aber keine schlechte Idee, dich nach der Ausbildung weiterzubilden, sei es, um mit neuen Technologien umgehen zu können oder dich zu spezialisieren, um auf der Karriereleiter aufzusteigen, den Job zu sichern und/oder mehr zu verdienen. Übrigens kannst du unter Umständen auch schon während deiner Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben, etwa als Betriebsassistent/in im Handwerk oder im Bereich Europäisches Waren- und Wirtschaftsrecht durch die Zusatzqualifikation "Europaassistent/in".

Falls dich der Karrierekäfer gebissen hat, kannst du zum Beispiel Zahntechnikmeister/in werden. Zahntechnik ist eines der Berufsfelder, die die Meisterpflicht haben, ohne den Meistertitel kann man also nicht seinen eigenen Betrieb aufmachen. Eine andere Option ist es, im Anschluss zu studieren, zum Beispiel Zahnmedizin oder Medizintechnik. Medizintechnik gibt es auch als dualen Studiengang, falls du mit dem Gedanken spielst, doch direkt ein Studium anzufangen, aber nicht auf die Praxiserfahrungen verzichten möchtest.

Über die Links gelangst du auf unsere Partnerportale Das-Richtige-studieren.de bzw. Wegweiser-Duales-Studium.de, auf denen du zahlreiche Informationen zum (dualen) Studium findest.

Unter Umständen kannst du sogar ohne Abi studieren. Lies dazu gerne unseren Artikel „Studieren ohne Abitur“ auf unserem Partnerportal Das-Richtige-studieren.de.

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