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Vorstellungsgespräch für die Ausbildung

Wie bereite ich mich auf das Vorstellungsgespräch vor? Welche Kleidung ist angemessen, welche Fragen werden gestellt, wie präsentiere ich mich überzeugend? Alle Infos zum Ablauf, typische Fragen und Antworten, Tipps für eine erfolgreiche Selbstpräsentation und Checklisten für das passende Outfit findest du in diesem Ratgeber.

Das Vorstellungsgespräch: Die letzte Hürde auf dem Weg zur Ausbildung

Du hast dich bei mehreren Unternehmen auf einen Ausbildungsplatz beworben und nun eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch erhalten? Erst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Eine Einladung bedeutet, dass du deine potenziellen Arbeitgeber schon so weit von dir überzeugt hast, dass sie dich besser kennenlernen wollen. Das Vorstellungsgespräch ist in den meisten Fällen die letzte Station im Bewerbungsverfahren. Durch ein besonders positives Gespräch kannst du dich von deinen Mitbewerbern abheben. Es entscheidet darüber, ob du den Ausbildungsplatz deiner Träume ergatterst.

Falls du dir Sorgen machst, dass deine Nervosität den ersten Eindruck vermasselt, können wir dich beruhigen: Nervosität während des Bewerbungsgesprächs ist völlig normal. Personaler und Arbeitgeber werden sich auch nicht in erster Linie von deinem Charme beeindrucken lassen, sondern von deiner guten Vorbereitung. Wie du vorgehst und was du beachten solltest, von der Wahl des Outfits bis hin zu Fragen, die du selbst stellen solltest, verraten wir im Abschnitt Vorbereitung.

Aber natürlich geht es nicht nur darum, einen Arbeitgeber von dir zu überzeugen. Das Unternehmen stellt sich auch bei dir vor und du hast die Möglichkeit, alle Fragen zu stellen, die bei der Recherche zur Ausbildung und dem Betrieb offengeblieben sind. Und ebenso wie die Arbeitgeber solltest du die Gelegenheit nutzen, um herauszufinden, ob das Unternehmen zu dir passt und du dich im jeweiligen Umfeld wohlfühlen wirst. Auch hier hilft gute Vorbereitung: Je mehr du über den Arbeitgeber deiner Wahl weißt, desto gezielter kannst du nachhaken. Wenn du über das Unternehmen top informiert bist, wirst du außerdem viel entspannter ins Gespräch hineingehen. Du kannst dich besser auf deine Gesprächspartner konzentrieren und auch mit Ruhe solche Fragen beantworten, mit denen du nicht gerechnet hast.

Wie bereite ich mich inhaltlich auf das Vorstellungsgespräch vor?

Mit deiner Einladung zum Vorstellungsgespräch, egal, ob sie telefonisch oder per E-Mail erfolgt ist, hast du bereits ein paar wichtige Eckdaten erhalten:

  • Ort
  • Datum
  • Gesprächspartner

Du weißt also, wo genau dein Vorstellungsgespräch stattfindet und kennst die konkrete Uhrzeit. Falls du doch Zweifel über den genauen Ort hast, solltest du unbedingt nachfragen und es nicht darauf ankommen lassen, dass du am Tag des Gesprächs vor dem falschen Raum wartest. Wenn du bereits weißt, wer deine Gesprächspartner sein werden, kannst du schon einmal auf der Unternehmenswebsite oder Plattformen wie Xing recherchieren. Dann kennst du bereits die Gesichter zu den Namen und weißt, welche Funktion deine Gesprächspartner im Unternehmen erfüllen.

Tipp: Wenn du per E-Mail zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurdest, dann bestätige den Termin auf jeden Fall mit einer Antwort-E-Mail, damit deine Ansprechpartner wissen, dass du den Termin wahrnimmst.

Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch

Wie der Name Vorstellungsgespräch schon sagt, geht es darum, dass du dich dem Unternehmen vorstellst. Deine Gesprächspartner (Arbeitgeber und/oder Personaler) wollen einen Eindruck von deinen Fähigkeiten und deiner Persönlichkeit gewinnen. Außerdem solltest du einerseits glaubhaft erklären können, warum der jeweilige Ausbildungsberuf super zu dir passt und andererseits, warum du dich für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb entschieden hast. Denn genau das wollen Arbeitgeber und Personaler von dir wissen und werden dir ganz unterschiedliche Fragen stellen, um herauszufinden, ob das auch stimmt.

Am besten legst du dir zunächst eine kurze Selbstpräsentation zurecht. Hier geht es nicht nur um Fakten und Daten rund um deinen schulischen Werdegang, sondern auch deine Interessen, Stärken und persönlichen Eigenschaften. In der Selbstpräsentation erklärst du ebenfalls, wie es zu deinem Berufswunsch kam. Im Idealfall kannst du anhand deiner liebsten Schulfächer, deiner Hobbies oder Berufspraktika belegen, dass der Ausbildungsberuf genau deinen Interessen entspricht.

Die Selbstpräsentation sollte nicht länger als zehn Minuten dauern. Da sie in jedem Bewerbungsgespräch vorkommt, solltest du die Chance nutzen und sie mehrmals laut üben, damit sie beim Bewerbungsgespräch sitzt. Am besten übst du sie auch einmal vor deiner Familie oder Freunden.

Stärken und Schwächen

Im Laufe des Gesprächs werden dich deine Gesprächspartner auch nach deinen Stärken und Schwächen fragen. Wenn du dir nicht sicher bist, wo deine Stärken und Schwächen eigentlich liegen, solltest du deine Familie sowie Freunde fragen. Die Frage nach den Schwächen ist besonders knifflig, denn einerseits solltest du ehrlich sein, andererseits kann eine Schwäche ein schlechtes Licht auf dich werfen und dir beruflich im Weg stehen. Wenn du eine Schwäche offenbarst, die dir während der Ausbildung Schwierigkeiten bereiten könnte, solltest du versichern, dass du an dieser Schwäche bereits arbeitest und dies mit Beispielen belegen: Wenn dein Beruf gute Englischkenntnisse voraussetzt und du bisher immer schlecht in Englisch abgeschnitten hast, kannst du beispielsweise berichten, dass du deine Fähigkeiten durch Kurse an der VHS verbesserst oder regelmäßig Bücher auf Englisch liest, wodurch du schon Fortschritte verzeichnen konntest. Das sollte natürlich der Wahrheit entsprechen.

Recherche über das Ausbildungsunternehmen und deinen Ausbildungsberuf

Deine Gesprächspartner werden dich fragen, warum du dich für die Ausbildung in ihrem Betrieb interessierst. Mit dieser Frage überprüfen sie, ob du dich vorab mit dem Unternehmen beschäftigt hast. Recherchiere auf der Unternehmenswebsite, lies Online-Artikel und Wikipedia-Einträge und schau dich auf den Social-Media-Kanälen des Unternehmens um. Informationen, die für dich persönlich wichtig sind, findest du vielleicht schon auf der Unternehmenswebsite. Finde heraus, was das Unternehmen genau macht, aber auch, welche Werte das Unternehmen vertritt, wie die Ausbildung abläuft, welche Benefits Auszubildende bekommen und worauf das Unternehmen bei der Ausbildung Wert legt. Wenn das Unternehmen beispielsweise besonders umweltfreundlich ist, die Auszubildenden gut betreut werden und regelmäßig Feedback erhalten, können das für dich gute Gründe sein, bei diesem Unternehmen arbeiten zu wollen. Gute Quellen für Infos zur Arbeitnehmerfreundlichkeit sind Plattformen für die Unternehmensbewertung, wie beispielsweise kununu.

Das solltest du über deinen Ausbildungsbetrieb wissen:

  • Tätigkeit oder Produkt
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Branche
  • Standorte
  • Abteilungen und Zuständigkeiten

Wenn du gefragt wirst, warum du dich für den jeweiligen Ausbildungsberuf entschieden hast, überprüfen deine Gesprächspartner nicht nur deine Motivation, sondern auch, was du bereits über deinen Ausbildungsberuf weißt. Du solltest wissen, welche Aufgaben dich in deinem zukünftigen Beruf erwarten. Details über den Beruf, Ausbildungsinhalte und den Ablauf der Ausbildung verraten wir dir auf den Seiten der einzelnen Ausbildungsberufe. Sammele hier und auch auf der Website des Unternehmens Informationen über deine Ausbildung. Personaler und Co. erwarten nicht, dass du bereits jedes Detail über die Ausbildung weißt. Deine gute Vorbereitung zeigt ihnen aber, dass du ehrgeizig bist und dich ernsthaft für die Ausbildung interessierst.

Wünsche und Erwartungen

Frag dich einmal selbst: Was erwarte ich von meiner Ausbildung? Stimmen diese Erwartungen mit der betrieblichen Realität überein? Erwartest du

  • perfekte Vorbereitung auf den Beruf,
  • Erweiterung des eigenen Wissens,
  • viel Teamarbeit,
  • gute Betreuung durch Ausbilder,
  • regelmäßiges Feedback,
  • selbstständiges Arbeiten,
  • gute Übernahmechancen?

Hier solltest du ganz ehrlich zu dir selbst sein, denn mit deinen Antworten offenbarst du nicht nur, dass du bereits viel über die Ausbildung weißt, sondern deine persönliche Haltung zur Ausbildung.

Deine Fragen

Du hast viel über das Unternehmen herausgefunden, aber dadurch haben sich neue Fragen zum Unternehmen, zur Ausbildung und zum Beruf aufgetan? Dann bist du in deiner Vorbereitung schon einen Schritt weiter, denn deine Gesprächspartner erwarten, dass du ihnen ebenfalls Fragen stellst. Dabei sollte es sich nicht um Fragen handeln, die du mit einem Blick auf die Unternehmenswebsite selbst beantworten könntest. Vielleicht hast du eine konkrete Frage zur Umsetzung bestimmter praktischer Ausbildungsinhalte im Betrieb? Du möchtest wissen, ob du dich auf bestimmte Inhalte schon vorbereiten kannst? Stelle nicht unbedingt Fragen zu deinen Urlaubstagen und deinem Gehalt (dies findest du bestimmt sowieso bei der Recherche heraus). Stelle lieber Fragen, die dein Interesse für den Beruf widerspiegeln. Vielleicht können deine Eltern und Freunde dir auch Tipps geben, welche Fragen du stellen solltest. Achte darauf, ob deine Fragen im Laufe des Gesprächs bereits beantwortet werden. Beispiele für Fragen, die du deinen Gesprächspartnern stellen kannst, findest du im Abschnitt Der typische Ablauf des Vorstellungsgesprächs. Orientiere dich an diesen Fragen aber nur, wenn du sie dir nicht schon selbst beantworten kannst und sie zu deiner Situation passen.

Bewerber sitzen in adretter Kleidung auf Stühlen nebeneinander, nur ihre Beinkleider und Schuhe sind sichtbar

Wie kleide ich mich zum Vorstellungsgespräch?

Die perfekte Kleidung für das Vorstellungsgespräch hängt vom Ausbildungsberuf, von deinem Unternehmen, deiner Branche, und der Position ab, auf die du dich bewirbst. Bei einem Vorstellungsgespräch kannst du grundsätzlich zwischen drei Kleidungsstilen wählen:

  • Business: Wenn du dich bei einer Bank, einer Versicherung oder einer Unternehmensberatung bewirbst, kommst du nicht um den Business-Stil herum. Männer tragen einen schwarzen, grauen oder blauen Anzug, darunter ein Hemd mit Krawatte. Dazu gehören gepflegte Lederschuhe. Frauen können zwischen einem Anzug, einem Kleid und einem Kostüm in schlichten Farben wählen und sie mit Lederschuhen, Ballerinas oder Pumps kombinieren.
  • Business Casual: Business Casual empfehlen wir für Bewerbungsgespräche im kaufmännischen und medizinischen Bereich. Für Männer eignen sich ein Hemd, kombiniert mit Sakko oder einem feinen Strickpullover. Dazu eine Stoff,- Cord- oder Leinenhose und Lederschuhe. Frauen können eine Bluse mit einer Stoffhose oder ein knielanges hochgeschlossenes Kleid tragen. Dazu passen Lederschuhe oder Ballerinas.
  • Casual: Der Casual-Stil eignet sich für Bewerbungsgespräche in der Kreativbranche oder im Handwerk. Männer tragen Stoffhosen, ein dezentes T-Shirt oder Hemd unter einem Sakko mit guter Passform, dazu Stoff-, Lederschuhe oder schicke Sneaker. Für Frauen gilt dasselbe: Ein dezentes Oberteil kombiniert mit einem gutsitzenden Blazer, einer Stoffhose, dazu dezente Ballerinas oder Sneaker.

Natürlich gibt es Ausnahmen: Es kann sein, dass ein alteingesessenes Handwerksunternehmen oder eine riesige Marketingfirma erwartet, dass du im Anzug bzw. Kostüm erscheinst. Recherchiere also auch auf den Social-Media-Plattformen des Unternehmens, wie die Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen gekleidet sind. Im Zweifelsfall solltest du das Outfit lieber ein bisschen schicker wählen, denn „overdressed“ ist besser als „underdressed“.

Das gilt für jedes Vorstellungsgespräch: Du solltest immer sehr gepflegt erscheinen. Das bedeutet:

  • gutsitzende und hochwertige Kleidung
  • dezente Farben
  • gepflegte Frisur
  • kein oder nur dezentes Parfum verwenden
  • kein oder nur dezentes Makeup verwenden
  • kein oder schlichter Schmuck

Das geht gar nicht:

  • unmittelbar vor dem Gespräch rauchen
  • Flecken, Löcher oder Falten in der Kleidung
  • schmutzige Schuhe
  • ungepflegte Nägel
  • Knoblauchfahne

Im Zweifelsfall solltest du:

  • Piercings herausnehmen
  • Tattoos verdecken
  • Oberarme durch Kleidung verdecken
  • Auf auffällige Frisuren verzichten

Anreise

Spätestens am Tag vor dem Bewerbungsgespräch solltest du die Route zum Unternehmen einmal anschauen und einplanen, wie viel Zeit die Fahrt in Anspruch nimmt. Wenn du eine weite Anreise hast und umsteigen musst, solltest du auch einen zeitlichen Buffer von mindestens 30 Minuten (besser ist eine Stunde) einkalkulieren, denn es kann immer mal passieren, dass deine Bahn oder der Bus Verspätung hat, ausfällt oder du den Anschluss verpasst. Und eine Verspätung zum Vorstellungsgespräch ist absolut tabu! Recherchiere also genau deine Fahrstrecke und auch, wie lange du zu Fuß von deiner letzten Haltestelle zum Unternehmen brauchst. Falls du mit dem Auto anreist, musst du herausfinden, ob und wo es vor Ort Parkplätze gibt. Auf diese Weise gehst du sicher, dass du keine bösen Überraschungen erlebst. Dass du pünktlich sowie entspannt eintriffst, ist am wichtigsten.

Was bringe ich zum Bewerbungsgespräch mit?

Wenn du etwas zum Bewerbungsgespräch mitbringen sollst (beispielsweise Arbeitsproben für die Grafiker/in Ausbildung) wird dir das in der Regel vorab mitgeteilt. Dennoch solltest du deine schriftliche Bewerbung in ausgedruckter Form zusammen mit Kopien von Zeugnissen (auch unbedingt Praktikumszeugnisse) beim Gespräch zur Hand haben. Bringe ebenfalls einen Stift sowie einen Block oder leeren Zettel für Notizen mit. Wenn du dir Fragen an deine Arbeitgeber notiert hast, solltest du den Zettel auch mitbringen, um keine Frage zu vergessen. Deine Unterlagen kannst du in einer schlichten Bewerbungsmappe transportieren. Achte darauf, dass sie keine Knicke oder Flecken abbekommen!

Ablauf und Fragen im Vorstellungsgespräch

Ein Vorstellungsgespräch für eine Ausbildung dauert ca. eine Stunde und besteht immer aus ähnlichen Gesprächsabschnitten. Wir haben diese Abschnitte für dich zusammengefasst, damit du dich bestmöglich vorbereiten kannst:

Begrüßung und der erste Eindruck

Es ist so offensichtlich und trotzdem erwähnenswert – der erste Eindruck zählt. Achte also bei der Begrüßung deiner Gesprächspartner auf ein selbstbewusstes und freundliches Auftreten: Dein Händedruck (immer mit der rechten Hand) sollte fest sein. Außerdem solltest du Augenkontakt zu deinen Gesprächspartnern halten. Achte darauf, nicht zu leise zu sprechen. Durch deine Körperhaltung kannst du Selbstbewusstsein ausstrahlen: Halte den Rücken gerade, ziehe die Schultern leicht nach hinten. Verschränke auf keinen Fall die Arme, sondern lass eine Hand natürlich baumeln, in der anderen Hand hältst du deine Unterlagen. Sobald du sitzt, legst du deine Hände auf den Tisch (auf oder neben die Mappe). Die Füße stehen fest auf dem Boden, dein Rücken ist gerade. Vermeide es, auf dem Stuhl hin- und her zu rutschen und an deinen Händen herumzuspielen. Auch das ist offensichtlich und klingt komisch, aber: Versuche, häufiger mal zu lächeln. Du wirkst gleich freundlicher. Vielleicht hilft es dir, wenn du die Begrüßung sowie deine Gestik und Mimik vorab ein bisschen vor dem Spiegel übst.

Wie gehe ich mit meiner Nervosität um?

Nervosität im Vorstellungsgespräch ist völlig normal. Du solltest jedoch gegen den Impuls ankämpfen, das Gespräch abzukürzen. Besser ist es, wenn du offen sagst, dass du nervös bist, du dich aber auf das Gespräch freust. Du wirst merken, dass du nach und nach entspannter wirst und dir Zeit für deine Antworten nehmen kannst.

Das Getränk

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werden deine Gesprächspartner dir ein Getränk anbieten. Das Angebot solltest du annehmen. Aber äußere keine Extrawünsche und entscheide dich am besten für Wasser ohne Kohlensäure (damit du nicht aufstoßen musst). Falls man dir Alkohol anbietet, ist das ein sehr alter Trick und du solltest unbedingt ablehnen.

Smalltalk

Deine Gesprächspartner werden dich fragen, wie es dir geht und ob du den Weg zum Unternehmen gut gefunden hast. Solche Fragen dienen einem lockeren Einstieg ins Gespräch und gleichzeitig einer ersten Prüfung deiner Grundeinstellung. Gib also positive Antworten. Du hast den Weg leicht gefunden, du bist vielleicht etwas nervös, aber froh, da zu sein.

Die Vorstellungsrunde

Deine Gesprächspartner stellen sich namentlich vor und erläutern in wenigen Sätzen, was sie im Unternehmen machen. Höre aufmerksam zu und notiere dir Fragen. Diese kannst du später im Gesprächsverlauf stellen. Deine Gesprächspartner erklären dir in der Regel den weiteren Verlauf des Gesprächs bzw. werden dich darum bitten, dich nun vorzustellen.

Selbstpräsentation

Auf diesen Teil des Gesprächs bist du bestens vorbereitet. Unter anderem berichtest du von:

  • deinem schulischen Werdegang
  • deinen Hobbies und Interessen
  • Faktoren, die deinen Berufswunsch beeinflusst haben
  • deiner Vorbereitung auf den Beruf (Praktika, Schnuppertage)
  • deine Eigenschaften, die dich zum/r perfekten Kandidaten/in für die Ausbildung machen

Sowohl in der Selbstpräsentation als auch im weiteren Gesprächsverlauf gilt: Aussagen zu deinen Stärken und praktischen Erfahrungen solltest du immer mit Beispielen belegen. Wenn du gut und gerne organisierst, kannst du das damit belegen, dass du in den letzten beiden Schuljahren Klassensprecher/in warst. Deinen Teamgeist stellst du regelmäßig in deiner Handballmannschaft unter Beweis und dass du Menschen gerne hilfst, hast du während des Praktikums im Altenheim festgestellt.

Junger Bewerber beantwortet im Vorstellungsgespräch Fragen des Personalers.

Typische Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch

Als angehende/r Auszubildende/r kannst du unter anderem mit folgenden Fragen rechnen:

Fragen zur Ausbildung und zum Unternehmen:

  • Was wissen Sie bereits über unser Unternehmen?
  • Warum möchten Sie bei uns arbeiten?
  • Wie stellen Sie sich die Ausbildung vor?
  • Warum möchten Sie in diesem Beruf arbeiten?
  • Welcher Aufgabenbereich im Beruf gefällt Ihnen am besten?
  • Unser Unternehmen kämpft momentan mit der Herausforderung x. Wie können wir dieser Herausforderung begegnen?

Fragen zu dir:

  • Wo liegen Ihre Stärken? 
  • Wie gehen Sie mit Ihren Schwächen um?
  • Haben Ihre Schwächen Sie schon einmal am Erreichen eines Ziels gehindert?
  • Wie können Sie Ihre Stärken in der Ausbildung einsetzen?
  • Wie würden Ihre Familie bzw. Freunde Sie beschreiben?
  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
  • Was war bisher Ihr größter Erfolg?
  • Wie haben Sie Ihre bisher größte Herausforderung gemeistert?
  • Was ist Ihnen an Arbeitskollegen wichtig?
  • Wie gehen Sie mit Kritik um?
  • Arbeiten Sie lieber alleine oder im Team?

Stressfragen

Bei diesen Fragen geht es nicht unbedingt darum zu prüfen, ob du super über deine Ausbildung informiert bist, sondern wie du auf eine solche Frage reagierst und du eine wohl überlegte Antwort geben kannst.

Typische Stressfragen für angehende Azubis sind beispielsweise:

  • Wie erklären Sie Ihre schlechte Schulnote im Fach xy?
  • Welche Frage möchten Sie nicht gestellt bekommen?
  • Können Sie sich Gründe vorstellen, warum jemand nicht gerne mit Ihnen zusammenarbeitet?

All diese und weitere Fragen können dir in zahlreichen Variationen begegnen. Du kannst dich zwar nicht auf jede Variante vorbereiten, aber wenn du gründlich recherchierst und die grundlegenden Fragen zu deinen Stärken, Schwächen, zu deinem Ausbildungsberuf und dem Ausbildungsbetrieb flüssig beantworten kannst, bist du auf der sicheren Seite.

Auf diese Fragen musst du nicht antworten

Es gibt einige Fragen, die deine zukünftigen Arbeitgeber dir gar nicht stellen dürfen.

Typische „verbotene“ Fragen sind: 

  • Welcher politischen Partei gehören Sie an?
  • Welcher Religion gehören Sie an?
  • Haben Sie Schulden?
  • Wie hoch ist ihr Privatvermögen?
  • Sind Sie schwanger? Planen Sie, schwanger zu werden?
  • Werden Sie oft krank?*

*Fragen zu deiner Gesundheit musst du dann ehrlich beantworten, wenn dein gesundheitlicher Zustand starke Auswirkungen auf deine Ausbildung haben könnte.

Natürlich kannst du deine Gesprächspartner darauf hinweisen, dass diese Fragen nicht zulässig sind. Es kann aber sein, dass du dadurch bei deinen Gesprächspartnern Minuspunkte kassierst. Hier musst du also ganz nach eigenem Ermessen reagieren: Wenn du verbotene Fragen aus Prinzip nicht beantworten willst, kannst du das auch sagen. Wenn du die Frage nicht wahrheitsgemäß beantworten willst, darfst du tatsächlich lügen, denn: Deine Antworten auf verbotene Fragen dürfen dir nach dem Gespräch nicht nachgetragen werden. Wenn du dich nicht an den Fragen störst, kannst du sie beantworten.

Deine Fragen und Rückfragen

Deine Fragen kannst du entweder auswendig oder hast sie in deinen Unterlagen notiert. Achte darauf, dass du eine Frage, die dir vielleicht im Laufe des Gesprächs schon beantwortet wurde, nicht erneut stellst. Wenn sich stattdessen ganz neue Fragen ergeben haben, kannst du diese nun stellen. Die Antworten deiner Gesprächspartner kannst du stichpunktartig notieren, allerdings solltest du den Augenkontakt auch hier nie ganz abreissen lassen.

Beispiele für Fragen an deinen zukünftigen Arbeitgeber sind:

  • Wie läuft die Einarbeitung ab?
  • Habe ich einen festen Ansprechpartner im Unternehmen?
  • Erhalten Auszubildende regelmäßig Feedback?
  • In welchen Abteilungen werde ich während der Ausbildung eingesetzt?
  • Gibt es weitere Anforderungen für die Ausbildung, die bisher nicht genannt wurden?
  • Wie stehen die Übernahmechancen nach der Ausbildung bei Ihrem Unternehmen?
  • An welchen Projekten darf ich im Rahmen meiner Ausbildung mitarbeiten?
  • Gibt es besondere Herausforderungen zu Beginn der Ausbildung, auf die ich mich vorbereiten kann?
  • Wie würden Sie Ihre Unternehmenskultur beschreiben?
  • Wann kann ich mit Ihrer Antwort rechnen?

Verabschiedung

Am Ende des Gesprächs werden sich deine Gesprächspartner bei dir bedanken und dir einen Zeitpunkt nennen, an dem sie dir Rückmeldung geben werden. Wenn du keine Information zur Rückmeldung bekommst, solltest du auf jeden Fall nachfragen. Bedanke dich ebenfalls und wenn du das Gespräch als sehr positiv empfunden hast und du dich über die Rückmeldung des Unternehmens freuen wirst, kannst du das auch so sagen. Achte wieder auf einen festen Händedruck und Augenkontakt.

Wie geht es nach dem Vorstellungsgespräch weiter?

Nach dem Vorstellungsgespräch heißt es: warten. Wenn deine Gesprächspartner dir versichert haben, sich innerhalb von zwei Wochen bei dir zu melden, solltest du davor auch nicht nachhaken, denn das wirkt aufdringlich. Solltest du nach Ablauf dieser Zeit noch keine Rückmeldung erhalten haben, kannst du dich per E-Mail höflich zum Stand deiner Bewerbung erkundigen. Erwähne an dieser Stelle das Datum des Gesprächs und die teilnehmenden Gesprächspartner. Solltest du danach innerhalb von ca. drei Werktagen keine Rückmeldung erhalten, kannst du per Telefon nachhaken. In der Regel erhältst du aber innerhalb der abgesprochenen Frist eine Rückmeldung vom Unternehmen.

Falls du eine Zusage für den Ausbildungsplatz erhalten hast: Herzlichen Glückwunsch! Nun bekommst du einen Arbeitsvertrag sowie detaillierte Informationen zum Ausbildungsstart- und Ablauf. Wie dein Vertrag aussehen sollte, erfährst du im Ratgebertext Ausbildungsvertrag.

Lass dich nicht davon entmutigen, wenn du nach dem Bewerbungsgespräch keine positive Rückmeldung bekommst. Ausbildungsunternehmen haben viele Bewerber und bei der Auswahl neuer Azubis können Faktoren entscheiden, die vielleicht überhaupt nichts mit dir zu tun haben. Nimm eine Absage also nicht persönlich und sieh das Vorstellungsgespräch als wertvolle Erfahrung.

Natürlich gilt auch: Wenn du deine Ausbildung absolut nicht bei einem Unternehmen machen willst, kannst du ein Angebot für einen Ausbildungsplatz auch ablehnen. Gute Gründe sind beispielsweise eine merkbar schlechte Stimmung im Unternehmen, ein unangenehmer oder unprofessioneller Ablauf des Gesprächs, eine schlechte oder fehlende Organisation der Ausbildung oder eine deutlich unterdurchschnittliche Ausbildungsvergütung.

Wenn du das Gefühl hast, dass du dich nicht gut selbst präsentiert hast und viel zu nervös warst: Das ist menschlich und du bist nicht die erste Person, die sich beim Bewerbungsgespräch selbst im Weg stand. Leider kommst du bei Bewerbungsverfahren um einen Ausbildungsplatz nicht um das Gespräch herum. Allerdings wirst du mit jedem Bewerbungsgespräch routinierter und selbstbewusster. Und je besser du dich vorbereitest, desto entspannter kannst du das Gespräch antreten.

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