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Ausbildung mit Abitur

Die Gründe, warum sich eine Ausbildung nach dem Abitur lohnt, sind vielfältig. Wir nennen dir Fakten, die für eine Ausbildung sprechen. Aber wir betrachten auch, welche individuellen Beweggründe eine Ausbildung mit Abitur attraktiv machen. Darüber hinaus stellen wir dir Ausbildungen vor, die für Abiturienten besonders reizvoll sind.

Fakten, die für eine Ausbildung mit Abitur sprechen

Der Irrglaube, dass Akademiker besser verdienen und ein geringeres Risiko tragen arbeitslos zu werden, ist weit verbreitet. Eine Studie der KOFA aus dem Jahr 2017 zeigt, dass sechs von zehn Abiturienten diese Überzeugung teilen. Aber: „In der Realität ist die Erwerbslosenquote von Fachkräften, die später eine Fortbildung draufsatteln, geringer als die Erwerbslosenquote von Akademikern.“ Sprich, wer eine Ausbildung absolviert und sich weiterbildet, hat prozentual gesehen ein geringeres Risiko arbeitslos zu werden als Personen mit abgeschlossenem Studium. Mit Abitur eine Ausbildung anzustreben ist also nicht bloß eine vertretbare Alternative, sondern eventuell sogar gescheiter.

Aber woran liegt es, dass Akademiker nicht zwingend besser aufgestellt sind? Nun, viele Studiengänge sind sehr theorielastig* und entsprechend auf die Forschung ausgerichtet. Für eine wissenschaftliche Tätigkeit ist der Bachelorabschluss jedoch zu generalistisch. Es braucht mindestens den Master- oder Doktortitel, um Fuß zu fassen. Viele Studenten brechen das Studium daher vorher ab. Und selbst für diejenigen, die ihr Studium durchziehen, sind die Arbeitsplätze stark umkämpft. Oft gibt es also mehr Bewerber/innen als freie Stellen – besonders im geisteswissenschaftlichen Bereich. Daher arbeiten Studierte nicht selten als Quereinsteiger in praktischen Berufen, die nichts – oder nur wenig – mit ihrem Studienfach gemein haben.

Im Gegensatz dazu herrscht in vielen Ausbildungsberufen Fachkräftemangel bspw. in den Bereichen Pflege, Handwerk, Industrie und IT. Um Nachwuchskräfte zu motivieren, werden viele solcher Ausbildungsstellen daher überdurchschnittlich gut vergütet. Zudem werden weitere Fortbildungen nach dem Ausbildungsabschluss oft vom Betrieb mitgetragen, um die internen Fachlücken zu schließen. Laut der DQR-Liste des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sind viele dieser Fortbildungen mit dem Bachelor- oder sogar Masterabschluss gleichgestellt. Damit sind deine Karriere- und Verdienstchancen mit einer Ausbildung nach dem Abitur mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser.

Was zudem nicht vergessen werden darf: Wenn du nach dem Abitur eine Ausbildung machst, schließt du dadurch nicht die Option aus, später zu studieren. Eine Ausbildung vor dem Studium zu machen hat diverse Vorteile: Du sammelst bereits Berufserfahrung, Wartesemester und verdienst dein eigenes Geld. Damit hast du bessere Aussichten auf eine gut bezahlte Werkstudentenstelle, kannst über die Wartesemester in dein Traumstudium kommen und dir evtl. bereits ein finanzielles Polster aufbauen.

Persönlichen Beweggründe für eine Ausbildung mit Abitur

Genug von den Fakten, kommen wir zu den persönlichen Gründen, die für eine Ausbildung mit Abitur sprechen. Was der naheliegendste Grund ist: Du bekommst bereits deine erste eigene Kohle. Sicher, eine goldene Nase verdienst du dir in den meisten Ausbildungsberufen nicht, aber nichtsdestotrotz geht mit jedem Cent eine gewisse Unabhängigkeit einher. Je nachdem, wie gut deine Ausbildungsvergütung ist, kannst du dir bereits die erste Wohnung oder ein WG-Zimmer leisten. Oder du bleibst im Elternhaus und füllst dein Sparschwein für andere Lebensträume.

Wann eine Ausbildung nach dem Abi ebenfalls sinnvoll ist: wenn du Struktur (beim Lernen) brauchst. Im Studium ist viel Selbstdisziplin gefordert, während dir in der Ausbildung eine klare Linie vorgegeben wird. Vielen Studierenden, die vor dem Studium eine Ausbildung absolviert haben, fällt es leichter, sich im Studium zu organisieren. Außerdem kommt ihnen das Ausbildungswissen im Studium zugute – unabhängig davon, ob beides thematisch aufeinander aufbaut. Denn in jeder Ausbildung bekommst du einen Einblick ins Wirtschaftssystem, die Berufspraxis und ins Arbeitsrecht. Somit gehst du bereits mit einem anderen Allgemein- sowie Selbstverständnis ins Studium.

Gerade wenn du dir unsicher bist, ob und was du studieren willst, ist eine Ausbildung nach dem Abitur eine gutes Karrierefundament. Somit hast du bereits einen Abschluss in der Tasche, auf den du immer zurückgreifen kannst. Eine weitere Möglichkeit ist das duale Studium. Mehr Informationen dazu erhältst du im Abschnitt „Alternative duales Studium“.

Die Gründe für eine Ausbildung mit Abi im Überblick:

  • Du hast mindestens genauso gute Fortbildungs-, Karriere- und Verdienstchancen wie mit einem Studium.
  • Fachkräfte, die eine Ausbildung samt Fortbildung absolviert haben, sind seltener von Arbeitslosigkeit betroffen als Akademiker.
  • Du verdienst bereits dein eigenes Geld, womit du unabhängig sowie selbstbestimmt bist.
  • Du kannst während der Ausbildung Wartesemester sowie Berufserfahrung sammeln, was dir für ein nachträgliches Studium zugutekommt.
  • Du bekommst in der Ausbildung Einblicke in unser Wirtschafts-, Arbeits- und Rechtssystem.

Ausbildung mit Abitur: Passende Ausbildungsplätze

In unserer Datenbank findest du Ausbildungsplätze, die du mit einem Abitur machen kannst.

Ausbildungsplätze für Abiturienten finden

Beliebte Ausbildungen mit Abitur

Mit dem Abitur hast du die freie Wahl am Ausbildungs-Buffet, denn für viele Ausbildungsberufe sind die Mittlere Reife, wenn nicht gar der Hauptschulabschluss ausreichend. Das man dich anhand deiner „Überqualifizierung“ ablehnt, ist eher unwahrscheinlich. Tatsächlich werden Abiturienten oft bevorzugt, auch wenn kein Abitur für die Ausbildung vorausgesetzt ist.

Dir sollte jedoch klar sein, dass du keine Sonderkonditionen – beispielweise eine höhere Ausbildungsvergütung – bekommst, nur weil du einen höheren Bildungsabschluss hast als notwendig. Daher überlege dir gut, ob es dir der Ausbildungsberuf wert ist.* Immerhin gibt es auch Ausbildungsberufe, die sich vornehmlich an Abiturienten richten und entsprechend gut vergütet werden. In den folgenden Ausbildungsberufen hat sich das Abitur bereits als formale Voraussetzung** etabliert:

1. Bankkaufmann/-frau
Wenn du kommunikationsstark bist und dich für finanzwirtschaftliche Aspekte interessierst, ist diese Ausbildung das Richtige für dich. Während der Ausbildung kannst du bereits mit einer Ausbildungsvergütung zwischen 1.056 und 1.701 Euro rechnen. Außerdem stehen die Chancen gut, dass du nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss übernommen wirst. Du bist interessiert? Dann suche nach freien Ausbildungsplätzen für die Bankkaufmann-/frau Ausbildung in unserer Stellenbörse.

2. Industriekaufmann/-frau
Industriekaufleute bilden die Schnittstelle zwischen Verwaltung und Produktion. Sie arbeiten in verschiedenen Abteilungen wie dem Vertrieb, Personal- oder Rechnungswesen. Während der Ausbildung zum/zur Industriekaufmann/-frau erwartet dich eine Ausbildungsvergütung zwischen 884 und 1.124 Euro. Die Übernahmechancen sind gut und du kannst dich u. a. zum/zur Fach- oder Betriebswirt/in fortbilden. Du bist interessiert? Dann suche nach freien Ausbildungsplätzen für die Industriekaufmann/-frau Ausbildung in unserer Stellenbörse.

3. Steuerfachangestellte/r
Als Steuerfachangestellte/r ist das Steuergesetz für dich leichte Lektüre, während andere nur Bahnhof verstehen. Nach abgeschlossener Ausbildung unterstützt du Steuerberater/innen in Wirtschaftsunternehmen, Kanzleien oder beim Finanzamt. Mit entsprechender Fortbildung kannst du dich als Steuerberater/in selbstständig machen. Während der Ausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung zwischen 750 und 1.000 Euro. Dein Interesse ist geweckt? Dann suche nach freien Ausbildungsplätzen für die Steuerfachangestellte/r Ausbildung in unserer Stellenbörse.

4. Fachinformatiker/in
Du hast ein ausgeprägtes Interesse an Technik, insbesondere Computern? Dann ist die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in vielleicht genau dein Ding. Nach der Ausbildung kannst du mit einer Fortbildung zum technischen Fachwirt oder einem Informatik Studium karrieremäßig aufstocken. Während deiner Ausbildungszeit winkt dir bereits eine Ausbildungsvergütung von 700 bis 1.199 Euro. Klingt spannend? Dann suche nach freien Ausbildungsplätzen für die Fachinformatiker/in Ausbildung in unserer Stellenbörse.

5. Verwaltungsfachangestellte/r
Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Beamtenausbildung im öffentlichen Dienst. Das bedeutet, dass du nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss verbeamtet wirst und in einer öffentlichen Behörde des Bundes oder Landes unterkommst. Deine Übernahme ist bei erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung somit garantiert. Während der Ausbildung bekommst du eine Ausbildungsvergütung zwischen 1.021 bis 1.118 Euro gezahlt. Du bist interessiert? Dann suche nach freien Ausbildungsplätzen für die Verwaltungsfachangestellte/r Ausbildung in unserer Stellenbörse.

(Quelle bibb.de | Die 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufe mit ausgewählten Indikatoren zur dualen Berufsausbildung, Deutschland 2019)

*Nicht jede Ausbildung, bei der ein niedriger Bildungsabschluss ausreichend ist, ist schlecht vergütet. Letztlich orientiert sich die Ausbildungsvergütung auch immer am durchschnittlichen Arbeitsgehalt. Deswegen wird bspw. in der Maurer/in Ausbildung bereits ein recht hohes Ausbildungsgehalt geboten und in der Friseur/in Ausbildung tendenziell ein niedriges, obwohl für beide Berufe der Hauptschulabschluss als Bildungsabschluss ausreichend ist.

**Rein rechtlich gesehen gibt es keinen Ausbildungsberuf, bei dem das Abitur vorausgesetzt wird. In der Praxis gibt es aber einige Ausbildungen, für die fast ausschließlich Bewerbungen von Abiturienten berücksichtigt werden.

Bei den vorgestellten Ausbildungsberufen handelt es sich ausschließlich um betriebliche bzw. duale Ausbildungen. Das bedeutet, dass du die Berufspraxis in deinem Ausbildungsbetrieb vermittelt bekommst und die Theorie in der Berufsschule. Es gibt auch rein schulische Ausbildungen, bei denen du hauptsächlich die Berufsschule besuchst, während du deine Praxiserfahrung eigenverantwortlich anhand von Praktika sammelst.

Das Manko einer schulischen Ausbildung: Dir steht keine Ausbildungsvergütung zu. Je nachdem musst du sogar für die Ausbildung zahlen. Allerdings gibt es einige Ausbildungsberufe, bei denen die Stellen so rar sind, dass eine schulische Ausbildung eine gute Alternative ist, um überhaupt einen Fuß in die Türe zu bekommen.

Allerdings hast du als Abiturient/in neben diesen klassischen Ausbildungsmodellen weitere Möglichkeiten:

Abiturientenprogramm

Als Abiturient/in kannst du eine doppelt qualifizierte Ausbildung absolvieren. Da diese Ausbildungsform sich hauptsächlich an Schüler/innen mit Abitur richtet, wird sie gemeinhin als Abiturientenausbildung oder Abiturientenprogramm bezeichnet. Wie das „doppelt qualifiziert“ vermuten lässt, erwirbst du innerhalb von drei Ausbildungsjahren gleich zwei Abschlüsse, bspw. Kaufmann/-frau im Einzelhandelt plus Handelsfachwirt/in. Du bist nach der Abiturientenausbildung also genauso qualifiziert wie jemand, der erst die Ausbildung und später die nahe liegende Fortbildung gemacht hat. Bekannte Abiturientenprogramme sind:

Abi+Auto
Verkürzte Ausbildung "Kfz-Mechatroniker/in" und gezielte Weiterqualifizierung zum/zur "Kfz-Techniker/in" bzw. "Kfz-Meister/in".

IT-Qualifiziert
Verkürzte Ausbildung "Fachinformatiker/in-Anwendungsentwicklung" und eine Weiterbildung zum/zur "IT-Operativ-Professional".

Abi & BWL
Verkürzte Ausbildung "Kaufmann/-frau für Büromanagement" und Weiterbildung zum/zur "Geprüften Wirtschaftsfachwirt/in" mit Ausbildereignungsprüfung.

Handelsassistent/in Ausbildung
Verkürzte Ausbildung Kauffrau/-mann im Einzelhandel und Weiterbildung zum/zur Handelsassistent/in.

Handelsfachwirt/in Ausbildung
Verkürzte Ausbildung Kauffrau/-mann im Einzelhandel und Weiterbildung zum/zur Handelsfachwirt/in.

Eine Übersicht aller doppelt qualifizierten Ausbildungen findest du auf: www.berufenet.arbeitsagentur.de.

Sonderausbildung

Es gibt Unternehmen, die eine eigene Sonderausbildung für Abiturienten anbieten. Wie bei der klassischen dualen Ausbildung besteht die Sonderausbildung zumeist aus Theorie und Praxis. Im Gegensatz zur klassischen Ausbildung ist die Ausbildungszeit oft deutlich kürzer: Statt nach drei bis dreieinhalb Jahren schließen die meisten Sonderausbildungen nach eineinhalb bis zwei Jahren ab. In besonderen Fällen, wie etwa dem/der Flugbegleiter/in, braucht es nur wenige Monate zum Ausbildungsabschluss. In dieser Zeit erwirbst du in der Sonderausbildung zusätzliches Fachwissen und Sonderqualifikationen.

Stellenweise sind die Sonderausbildungen so spezifisch, dass sie an eigenständigen Berufsschulen unterrichtet werden. Dies ist auch der Haken an einigen Sonderausbildungen: Sie sind so speziell, dass sie nur für das jeweilige Ausbildungsunternehmen nützlich sind. Sprich: Außerhalb ist die Ausbildung nicht unbedingt viel wert. Allerdings ist dies nicht zwingend bei allen Sonderausbildungen der Fall. Dennoch solltest du dies bei deiner Entscheidung berücksichtigen. Die beiden populärsten Sonderausbildungen sind Fluglotse/in und Flugbegleiter/in.

Weitere Abiturienten- und Sonderausbildungen findest du in unserer Stellenbörse.

  • Ausbildung mit ausländischem Abitur

    Du kommst aus dem Ausland, aber willst in Deutschland eine Ausbildung machen? Das ist möglich, aber ein paar kleine Hürden musst du meistern. Im Gegensatz zum Bachelor und Master sind Schulabschlüsse leider nicht global vereinheitlicht. Entsprechend muss geprüft werden, ob dein ausländischer Schulabschluss mit dem Schulabschluss an einer deutschen Haupt-, Real- oder Hochschule gleichgesetzt werden kann. Wende dich dafür an die zuständige Zeugnisanerkennungsstelle der Bundesländer: www.anabin.kmk.org.

    Abgesehen von den Formalitäten solltest du fließend Deutsch sprechen, um in der Berufsschule mitzukommen sowie leichter Anschluss bei deinen Berufsschulkollegen/innen zu finden.

Alternative zur Ausbildung mit Abitur: Duales Studium

Das duale Studium kommt der dualen Ausbildung sehr nahe, nur dass du am Ende keinen Ausbildungs-, sondern den Bachelorabschluss in der Tasche hast – oder je nach dualem Studium sogar beides. Wie in der dualen Ausbildung hast du einen Ausbildungsbetrieb, wo du das theoretische Wissen aus dem Studium direkt in die Praxis umsetzt. Entsprechend steht dir auch eine Vergütung zu. Diese kann je nach Ausbildungsbetrieb üppig ausfallen, so zahlen einige Unternehmen für das erste Ausbildungsjahr bereits 1.500 Euro an ihre dualen Studierenden. Natürlich variiert die Vergütung aber abhängig von Berufszweig, Unternehmensgröße und Standort.

Falls du also alles willst: Studieren, Geld verdienen und erste Berufserfahrung sammeln, ist das duale Studium die beste Lösung. Du solltest dir nur darüber bewusst sein, dass das duale Studium kein Zuckerschlecken ist. Im Gegensatz zum klassischen Studium, wo du selbst dein Leistungspensum bestimmst, musst du im dualen Studium bei deinem Ausbildungsunternehmen Rechenschafft ablegen. Mal ein Semester faulenzen, durch die Weltgeschichte bummeln oder eskalative Partys unter der Woche sind nicht drin. Aber auf der anderen Seite wird dein Aufwand mit einem gesicherten, gut bezahlten Arbeitsplatz belohnt.

Tipp: Du hast Interesse an einem dualen Studium? Auf unserem Partnerportal Wegweiser-Duales-Studium.de findest du alle Informationen sowie freie Stellenausschreibungen.

Ausbildung mit Abitur: Dauer

Laut dem Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG) dauert eine anerkannte Berufsausbildung drei bis dreieinhalb Jahre. Allerdings gibt es Ausnahmen wie die Sonderausbildung, wo die Ausbildung maximal anderthalb bis zwei Jahre dauert. Wie schon erwähnt wird eine Sonderausbildung nicht in jeder Branche anerkannt bzw. ist sehr branchenspezifisch, weshalb die erlernten Fertigkeiten darüber hinaus auf wenig Bedarf stoßen.

Es gibt allerdings einen Weg, wie die klassische Ausbildungsdauer verringert werden kann: Die Ausbildungsverkürzung (BBiG §8). Falls du mit Abitur für die angestrebte Ausbildung überqualifiziert bist, kannst du von vorneherein eine Ausbildungsverkürzung (aber maximal von einem Jahr) mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Oder du regelst vertraglich, dass die Ausbildung verkürzt wird, wenn das Ergebnis deiner Zwischenprüfung zufriedenstellend ist. Lass die getroffene Vereinbarung in jedem Fall schriftlich festhalten.

Ausbildung mit Abitur: Wann bewerben?

Salopp gesagt: so früh wie möglich, so spät wie nötig. Letztlich hängt es davon ab, wann der Bewerbungsschluss für die von dir angestrebte Ausbildung ist. Bist du beispielsweise daran interessiert, eine Ausbildung im öffentlichen Dienst zu ergattern, solltest du dich bereits vor deinem Schulabschluss bewerben. Denn dein Abschlusszeugnis kannst du nachreichen, deine Bewerbung leider nicht. Die Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst werden meist bereits im Vorjahr ausgeschrieben. Wenn du bspw. im Sommer 2022 deine Schullaufbahn abschließt, solltest du dich spätestens im Winter 2021 bewerben.

In einigen Ausbildungsberufen werden die Stellen erst wenige Monate (oder sogar Wochen) vor Ausbildungsbeginn ausgeschrieben. Im Regelfall beginnt die Ausbildung im August oder September, zumindest bei der dualen Ausbildung. Wenn du eine rein schulische Ausbildung anstrebst, kann der Ausbildungsbeginn auch deutlich früher oder später sein. Das bedeutet für dich, dass du nach dem Schulabschluss kurz aufatmen kannst, ehe du dich an deine Ausbildungsbewerbung setzen solltest.

Weil die erste Bewerbung eine große Hürde darstellt, greifen wir dir unter die Arme. In unserem Ratgeberartikel „Bewerbung für die Ausbildung“ findest du hilfreiche Tipps sowie Bewerbungsmaterialien zum kostenlosen Download.

  • Bewerbungsfrist für die Ausbildung verpasst

    Gerade Ausbildungsstellen im öffentlichen Dienst werden nur einmal jährlich ausgeschrieben. Falls du die Bewerbungsfrist verpasst hast, ist die schlechte Nachricht, dass du bis zum nächsten Anlauf warten musst. Aber die gute Nachricht ist: Du kannst die Zeit sinnvoll überbrücken. Eine Möglichkeit ist, dass du ein Au Pair-Aufenthalt antrittst. Dabei siehst du etwas von der Welt, schulst deine Fremdsprachenkenntnisse und sammelst erste Berufserfahrung. Ansonsten bietet sich der Bundesfreiwilligendienst an, um ins Berufsleben zu schnuppern. Egal wie du dich entscheidest, beides wird dir Pluspunkte bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz im nächsten Jahr einheimsen.

Als Fazit lässt sich sagen, dass eine Ausbildung mit Abitur eine gute Entscheidung ist. Denn zum einen gibt es Initiativen wie das Abiturientenprogramm, zum anderen diverse Weiterbildungen, mit denen du deine Karriere vorantreiben kannst. Zu guter Letzt schließt eine Ausbildung nicht aus, später noch ein Studium anzuschließen. Wir hoffen, dass unser Text dir geholfen hat, und wünschen dir viel Erfolg für deinen weiteren Bildungsweg.

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